Baden-Württemberg

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Auf dieser Seite werden die öffentlich zugänglichen Landes- und Hochschulstrategien Baden-Württembergs in Hinblick auf Digitalisierung in der Hochschulbildung sowie, falls vorhanden, die hochschulinternen Aushandlungsprozesse der Hochschulen dargestellt.

Öffentlich zugängliche Landesstrategien

Laut Hochschulkompass gibt es in Baden-Württemberg aktuell 70 öffentlich-rechtliche (43), staatlich anerkannte kirchliche (7) und staatlich anerkannte private (20) Hochschulen.

1 Landesstrategie Digitalisierung

Die seit dem Jahr 2017 bestehende ressortübergreifende Landesstrategie Digitalisierungsstrategie der Landesregierung Baden-Württemberg (Quelle) wurde gemeinsam von allen Ministerien unter der Federführung des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration entwickelt. Hochschulen werden dabei sowohl als Schwerpunktthema, als auch als Querschnittsthema behandelt. Innerhalb des Schwerpunktthemas Lernen@bw wird die Hochschullehre in der landesweiten E-Learning-Strategie (s.u.) und dem Hochschulnetzwerk Digitalisierung der Lehre Baden-Württemberg (s.u.) kontextualisiert. Bei den Querschnittsthemen sind Hochschulen unter Innovation und Forschung verortet. Der Fokus liegt auf der Forschung und der Kooperation mit der Wirtschaft.

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Die Digitalisierungsstrategie wurde im Juli 2017 als Gesamtstrategie des Bundeslandes veröffentlicht. Zwischen Januar und April 2017 stand dabei ein öffentliches Beteiligungsportal zu den bis dato erarbeiteten Strategiebereichen bereit. Die in der Digitalisierungsstrategie verankerten Schwerpunktthemen und Querschnittsthemen sind dabei nach Ressorts (Quelle) aufgeschlüsselt:

  • Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: “Den Nachwuchs gezielt auf die digitale berufliche Bildung vorbereiten”
  • Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst: “Die Hochschulen dabei unterstützen, an der Gestaltung der Digitalisierungspotenziale aktiv mitzuwirken”
  • Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: “Die Potenziale der Digitalisierung als Nachhaltigkeitsmotor ausschöpfen”
  • Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration: “Die digitalen Potenziale in den Landkreisen, Städten und Gemeinden bei Verwaltung 4.0 heben”
  • Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau: “Wir leiten eine neue Gründerzeit ein und schaffen mit der Initiative Wirtschaft 4.0 geeignete Rahmenbedingungen für die Digitalisierung der Wirtschaft”
  • Ministerium für Soziales und Integration: “Die Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung für die Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Versorgung in Baden-Württemberg nutzen”
  • Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: “Den ländlichen Raum zu einem Hotspot der digitalen Gesellschaft entwickeln und mit einem modernen digitalen Verbraucherschutz die Chancen der Digitalisierung nutzen”
  • Ministerium für Verkehr: “Baden-Württemberg zur Mobilitätsregion Nummer eins weiterentwickeln”
  • Ministerium für Justiz und für Europa: “Voraussetzungen für eine moderne und schnelle Kommunikation mit den Gerichten und Justizbehörden”
  • Ministerium für Finanzen: “Von der Steuer bis zum Hochbau – Digitalisierung gezielt und zukunftsweisend umsetzen und vorantreiben”

Zudem wurde eine Webseite digital-bw.de geschaffen, die über die Digitalisierungsaktivitäten berichtet, bspw. in Form von Berichten wie dem 1. Digitalisierungsbericht der Landesregierung (Quelle).

Die Schwerpunktthemen der Landesstrategie sind:

  • Intelligente Mobilität der Zukunft
  • Digitale Start-ups: Treiber der Digitalisierung
  • Initiative Wirtschaft 4.0: Digitalisierung in der Fläche voranbringen
  • Lernen@bw: Bildung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung
  • Digitale Gesundheitsanwendungen
  • Die Zukunft von Kommunen und Verwaltung ist digital

Die Querschnittsthemen sind:

  • Bei Forschung, Entwicklung und Innovation international an der Spitze
  • Schnelles Internet in Stadt und Land
  • Digitalisierung: Chance für Nachhaltigkeit und Energiewende
  • Datensicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz im digitalen Zeitalter

Hochschulen werden im Schwerpunktthema Lernen@bw als “digitale Talentschmieden” verortet. Dabei wird Bezug auf die E-Learning-Strategie (s.u.) und das Hochschulnetzwerk Digitalisierung der Lehre Baden-Württemberg (HND BW) (s.u.) genommen. Folgende Ziele werden laut Digitalisierungsstrategie der Landesregierung Baden-Württemberg (Quelle) angestrebt:

  • hochschulübergreifende Erstellung und Nutzung von digitalen Lehrmaterialien
  • gemeinsame Entwicklung von Kriterien und Standards zur gegenseitigen Anerkennung von Kursen
  • Stärkung der Medienkompetenz der Dozierenden
  • Entwicklung und Nutzung von skalierungsfähigen Qualifizierungsmodulen im landesweiten OER-Repositorium der Universität Tübingen
  • Förderung von Leuchtturmprojekten durch den Innovationsfonds “Teaching4Future Lehre digital”

Bei den Querschnittsthemen sind Hochschulen unter Innovation und Forschung verortet. Der Fokus liegt dabei auf der Forschung und der Kooperation mit der Wirtschaft mit folgenden Schwerpunkten:

  • Science Data Centers: Daten zugänglich und nutzbar machen
  • Höchstleistungsrechnen und datenintensives Rechnen: komplexe Forschung und Unterstützung bei Simulationen und Auswertung großer Datenmengen für Unternehmen
  • gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich Intelligente Systeme
  • Erforschung der Gesellschaft im digitalen Wandel

Zusätzlich kommt Hochschulen Bedeutung in folgenden Zusammenhängen zu:

  • Interdisziplinäre Forschungsverbünde zur Reflektion der Technikentwicklung
  • Vermittlung von Gründungskompetenz
  • Weiterentwicklung der Lehramtsstudiengänge

2 Landesweite Hochschulstrategie in den Leistungsbereichen Forschung und Lehre

Im Bereich Digitalisierung und Hochschulen liegen jeweils eine Landesstrategie zu E-Science (Quelle) und E-Learning (Quelle) vor. Letztere ist ein Fachkonzept zum aktuellen Stand der Digitalisierung der Lehre, den Herausforderungen sowie strategischen Handlungsfeldern für die Hochschullehre. Es wurde vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg 2015 gemeinsam mit Hochschulvertreter_innen im Rahmen des damaligen Hochschulforums Digitalisierung Lehre @ BW 2025 erarbeitet. Die 2014 von demselben Ministerium veröffentlichte E-Science-Strategie ist ein Fachkonzept zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Infrastruktur in Baden-Württemberg.

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2.1 Forschung

In dem Dokument E-Science – Wissenschaft unter neuen Rahmenbedingungen – Fachkonzept zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Infrastruktur in Baden-Württemberg (Quelle) werden fünf strategische Handlungsfeldern benannt:

  • Lizenzierung: Innovationspotenzial und Perspektiven für die Lizenzierung von E-Medien und Software in Baden-Württemberg
  • Digitalisierung
  • Open Access: Neue Rahmenbedingungen für wissenschaftliches Publizieren in Open Access an den Hochschulen in Baden-Württemberg
  • Forschungsdatenmanagement
  • Virtuelle Forschungsumgebungen

Zudem hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst strategische Forschungsschwerpunkte definiert, die besonders gefördert werden:

  • Bioökonomie
  • Elektromobilität und Fahrzeugleichtbau
  • Leichtbau
  • Energieforschung
  • Luft- und Raumfahrttechnik
  • Industrie 4.0
  • Medizinische Forschung und Medizintechnik

Darüber hinaus hat das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft 2013 die Innovationsstrategie Baden-Württemberg (Quelle) verabschiedet. In dieser werden vier Wachstumsfelder der Innovations- und Wirtschaftspolitik formuliert:

  • nachhaltige Mobilität
  • Umwelttechnologien, Erneuerbare Energien und Ressourceneffizienz
  • Gesundheit und Pflege
  • Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Green IT und intelligente Produkte

2.1.1 Wissens- und Technologietransfer

Es gibt keine separate Landesstrategie zum Wissens- und Technologietransfer. Die Rolle der Hochschulen in diesem Themenfeld ist in der Gesamtlandesstrategie vor allem unter Initiative Wirtschaft 4.0 (s.o.) beschrieben.

Nach § 2 LHG Abs. 5 ist Wissens- und Technologietransfer eine Aufgabe der Hochschulen:

“Sie fördern durch Wissens-, Gestaltungs- und Technologietransfer die Umsetzung und Nutzung der Ergebnisse der Forschung und Entwicklung in die Praxis sowie den freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen. Die Hochschulen können zum Zwecke des Wissens-, Gestaltungs- und Technologietransfers die berufliche Selbstständigkeit, insbesondere Unternehmensgründungen, ihrer Studierenden und befristet beschäftigten Akademischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Absolventinnen, Absolventen und ehemaligen Beschäftigten für die Dauer von bis zu drei Jahren fördern.”

Zudem wird insbesondere der Technologietransfer in KMU in der Innovationsstrategie Baden-Württemberg (Quelle) thematisiert.

2.1.2 Open Access

2014 hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit Verweis auf nationale Diskussionen und Empfehlungen das genannte E-Science-Fachkonzept (Quelle) veröffentlicht. Open Access ist Teil der insgesamt fünf strategischen, ineinandergreifenden Handlungsfelder, die durch aus Hochschulmitgliedern bestehenden Arbeitsgruppen konzeptionell erarbeitet wurden:

  • Lizenzierung: Innovationspotenzial und Perspektiven für die Lizenzierung von E-Medien und Software in Baden-Württemberg
  • Digitalisierung
  • Open Access: Neue Rahmenbedingungen für wissenschaftliches Publizieren in Open Access an den Hochschulen in Baden-Württemberg
  • Forschungsdatenmanagement
  • Virtuelle Forschungsumgebungen

Der Fokus bei Open Access liegt auf dem “BW-Open Access-Förderprogramm” mit drei Handlungsfeldern:

  • Technische Infrastruktur für elektronisches Publizieren (grüner Weg)
  • Fonds für die Finanzierung von Open Access Publikationen (goldener Weg)
  • Geschäftsmodelle

2.2 Lehre

Seit 2015 existiert die Landesstrategie E-Learning – Strategische Handlungsfelder der Hochschulen des Landes Baden-Württemberg zur Digitalisierung in der Hochschullehre (Quelle).
Im Bereich Digitalisierung der Lehre hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg 2015 gemeinsam mit Hochschulvertreter_ innen im Rahmen des damaligen Hochschulforum Digitalisierung Lehre@BW 2025 ein Fachkonzept zum aktuellen Stand der Digitalisierung der Lehre, den Herausforderungen sowie strategischen Handlungsfeldern für die Hochschullehre erarbeitet. Die E-Learning-Strategie (Quelle) umfasst 66 Seiten.

Folgende strategische Handlungsfelder wurden dabei entwickelt:

  • Entwicklung einer hochschulweiten E-Learning-Strategie
  • Ausbau und strategische Verankerung der lokalen Service-Einrichtungen und Infrastruktur
  • Hochschul(arten)übergreifende und landesweite Aktivitäten
  • Strategischer Arbeitskreis zur Digitalisierung der Lehre
  • Etablierung einer landesweiten Serviceeinrichtung
  • Anreize für Lehrende schaffen
  • Landesweites Qualifizierungsangebot: E-Learning Zertifikat
  • Landesweite Anlaufstelle für Rechtsberatung digitale Lehre
  • IT-Infrastruktur – Perspektiven für landesweite Kooperationen
  • Aufbau und Ausgestaltung hochschulübergreifender Studienprogramme, MOOCs und OER

Dieses Fachkonzept kann als Grundlage für die Gründung des Hochschulnetzwerks Digitalisierung der Lehre (HND BW) gesehen werden, das die landesweiten Aktivitäten bündelt.

Seit 2011 fördert zudem die Baden-Württemberg Stiftung, die Joachim Herz Stiftung und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im Rahmen des Programms Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre Lehrende bei der Entwicklung von Lehr- und Prüfungsformaten und lässt dieses auch wissenschaftlich begleiten. In diesem Kontext wurden u.a. 2015 ein Arbeitspapier Innovativer Lehre auf der Spur (Quelle) herausgegeben. 2017 erschien die Publikation Das Neue in der Hochschullehre - Lehrinnovationen aus der Perspektive der hochschulbezogenen Lehr-Lern-Forschung.

2.3 Hochschulverbünde in den Bereichen Digitalisierung und Lehre

In Baden-Württemberg gibt es neben dem Hochschulverbund “Hochschulnetzwerk Digitalisierung der Lehre” (HND BW) drei Hochschuldidaktikzentren: das “Hochschuldidaktikzentrum der Universitäten Baden-Württemberg” (HDZ), die “Geschäftsstelle der Studienkommission für Hochschuldidaktik an HAW” (GHD) und das “Kompetenznetz Lehre in der Medizin”. Die Beschreibung dieser Hochschulverbünde wurde im Rahmen des bis April 2020 verlängerten Forschungsprojektes BRIDGING erstellt.

2.3.1 Hochschulverbund im Bereich Digitalisierung

Das bereits erwähnte Hochschulnetzwerk Digitalisierung der Lehre (HND BW), als dessen Fundament die oben genannte E-Learning-Strategie (Quelle) betrachtet werden kann, versteht sich als “Zusammenschluss” der 49 staatlichen Hochschulen “zur kooperativen Weiterentwicklung der digital gestützten Hochschullehre”. Es nahm seine Arbeit offiziell 2016 auf und bündelt die landesweiten Aktivitäten. Das HND BW wurde von 2016-2019 vom Wissenschaftsministerium gefördert. Ab 2020 wird es nur noch durch die Landesuniversitäten für drei weitere Jahre fortgeführt. Das HND BW legt den Fokus auf die Umsetzung hochschulartenübergreifender Digitalisierungsvorhaben in Form von digitalen Lehr- und Lernformaten, aber auch in Form einer Services-Struktur zur Qualitätssteigerung von Lehre.

Das HND BW versteht sich weiterhin als “Interessensvertreter” der Hochschulen gegenüber der Wissenschaft, Politik und Gesellschaft und strebt in diesem Zusammenhang Wettbewerbsfähigkeit als Hochschulstandort an.

Konkrete Zielsetzungen sind dabei:

  • die Generierung einer hochschulartenübergreifenden E-Learning-Strategie
  • der Aufbau bzw. die flächendeckende Stärkung lokaler Service-Einrichtungen
  • die Etablierung einer landesweiten Service-Einrichtung für Dienstleistungen im Bereich Digitale Lehre
  • die Schaffung von Anreizstrukturen für Lehrende für den Einsatz digital gestützter Lehrformate
  • der landesweite Auf- und Ausbau von Qualifizierungsangeboten für den Einsatz digitaler Lehrformen
  • die Schaffung einer Anlaufstelle für Rechtsberatung zur Verwendung digitaler Lehrmaterialien
  • eine kooperative und damit synergetische Weiterentwicklung der E-Learning-bezogenen IT-Infrastrukturen
  • die Ausweitung hochschulübergreifender Studienprogramme (MOOCs, OER).

Struktur

Das HND BW hat eine Governance-Struktur geschaffen, die vier wesentliche Funktionsbereiche umfasst:

  • Geschäftsstelle
  • Hochschulartenspezifische Arbeitskreise (HSA)
  • Hochschulartenübergreifender Arbeitskreis (HÜA)
  • Themengruppen

Die Aufgaben sind in der Geschäftsordnung geregelt.

  1. Geschäftsstelle
    Die Geschäftsstelle koordiniert die Aktivitäten des HND BW und übernimmt die Vertretung nach außen. Sie besteht aus einer hauptamtlichen Person, die in der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg angesiedelt ist. Auch ihre Funktionen sind in der Geschäftsordnung beschrieben.

  2. Arbeitskreise
    Das HND BW organisiert die inhaltliche Zusammenarbeit ausgehend von den unterschiedlichen teilnehmenden Hochschultypen. Es gibt daher fünf hochschulspezifische Arbeitskreise (HSA) für Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, Pädagogische Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen sowie der Dualen Hochschule (E-Learning-Koordinationskreis). Über die teilnehmenden Personen entscheiden die Hochschulen.
    Darüber hinaus gibt es einen hochschulartenübergreifenden Arbeitskreis (HÜA), in dem jeweils von den HSA gewählte Repräsentant_innen für die verschiedenen Hochschularten sowie die Geschäftsstelle vertreten sind. Die HSA können in diesem Gremium Beschlüsse aus ihren HSA einbringen und Empfehlungen an den HND BW formulieren.
    Die Arbeitskreise organisieren ihre Aktivitäten selbstständig.

  3. Themengruppen
    Zusätzlich zu den Arbeitskreisen existieren themenbezogene Arbeitsgruppen, die aus mindestens zwei Personen von möglichst unterschiedlichen Hochschularten bestehen.
    Aktuell gibt es acht Themengruppen zu folgenden Fachthemen:

    • Open Educational Ressources
    • Qualifizierung & Kompetenzentwicklung
    • Kooperative E-Learning-Infrastrukturen
    • Massive Open Online Courses
    • Strategie- und Organisationsentwicklung
    • Hochschulübergreifende Online-Kurse
    • Learning Analytics
    • Digital Innovations in Second Language Acquisition (DISLA)

Neben den Aktivitäten des HND BW fördert das Land zudem 2016-2018 das Programm “Digital Innovations for Smart Teaching – Better Learning” in zehn Förderprojekten von 13 Hochschulen. Die Projekte umfassen dabei:

  • Ausbau des Onlinekurs Informationskompetenz
  • Digitaler Lehrgarten
  • DISTELL – Digitalisierungsstrategie für effektives “Lehren und Lernen”
  • Einrichtung des zentralen OER-Repositoriums aller Hochschulen des Landes BW als Dienst der Universitätsbibliothek Tübingen
  • Einsatz von mobilen Learning Analytics-Daten zur Optimierung von Lern- und Lehrprozessen an Hochschulen
  • Entwicklung von Annotations-, Begutachtungs- und Anreizkonzepten für Open Educational Resources-Repositorien unter besonderer Berücksichtigung hochschuldidaktischer Einsatzszenarien
  • Learning Analytics für Prüfungsleistungen und Studienerfolg (LAPS)
  • Modulare virtuelle Labore auf mobilen Endgeräten (MoMoViLab)
  • MyMi.mobile adaptiver individualisierter Wissenstransfer in der Mikroskopischen Anatomie
  • Überall Programmieren Lernen

Das Programm wird wissenschaftlich begleitet durch das Projekt Smart Teaching am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), welches mit dem E-Learning-Informationsportal e-teaching.org zusammenarbeitet.

2.3.2 Hochschulverbünde im Bereich Lehre

Hochschuldidaktikzentrum der Universitäten Baden-Württemberg (HDZ)

Das Hochschuldidaktikzentrum der Universitäten Baden-Württemberg (HDZ) ist ein Verbund aus den neun Universitäten und den sechs Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg und verfolgt das Ziel, durch Weiterbildung der Lehrkräfte und strukturelle Verbesserung der Rahmenbedingungen an den Hochschulen die Qualität der Lehre zu optimieren. Der Verbund wurde 2001 von den neun Universitäten sowie dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg gegründet, 2007 haben die Universitäten die Trägerschaft finanziell übernommen. Seit Anfang 2019 sind auch die pädagogischen Hochschulen Mitglied im HDZ, das nun von diesen in gemeinsamer Verantwortung mit den Universitäten geführt wird.

Die Angebote des HDZ gestalten sich rund um das Thema Lehre und finden statt in Form von

Das Angebot richtet sich an Lehrende der beteiligten Hochschulen. Weiterhin gibt es Beratungsangebote für Institute, Fachbereiche und Fakultäten, um beispielsweise an der Curriculumsentwicklung oder an der Integration von E-Learning zu arbeiten.

Außerdem führt das HDZ auf seiner Webseite

Am HDZ wurden landesfinanzierte Projekte zum Forschenden Lernen und Prüfen mit E-Assessments durchgeführt. Weiterhin führt das HDZ längsschnittliche Erhebungen in Form von Absolvent_innen-Befragungen durch, um die Qualität des eigenen Qualifizierungsprogramms zu überprüfen.

Das HDZ strukturiert sich in

  • eine zentrale Geschäftsstelle in Stuttgart und
  • zehn lokale Arbeitsstellen an den Standorten der neun Universitäten in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Hohenheim, Stuttgart, Tübingen und Ulm sowie einer Arbeitsstelle an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

Geschäftsstelle der Studienkommission für Hochschuldidaktik an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg (GHD)

Die Geschäftsstelle der Studienkommission für Hochschuldidaktik an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg (GHD) besteht aus im Senat gewählten Didaktikbeauftragten der 21 staatlichen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg.

Die GHD soll

  • hochschuldidaktische Veranstaltungen an baden-württembergischen HAW entwickeln und organisieren,
  • hochschuldidaktische Forschungsprojekte anregen und betreuen sowie
  • den Erfahrungsaustausch bzgl. Fragen in der Lehre fördern.

Das Fortbildungsprogramm der GHD richtet sich an Professor_innen und Lehrbeauftragte staatlicher und kirchlicher Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Lehrende können das “Baden-Württemberg-Zertifikat für Hochschuldidaktik” erwerben.

Lehrende und Organisationseinheiten an HAW können zudem weitere Angebote wahrnehmen:

  • Lehrportfolio
  • Moderation in der Hochschulentwicklung,
  • Coaching.

Neben Informationen über ausgeschriebene bzw. laufende Projekte sind auch Arbeitsmaterialien für die Lehrpraxis zugänglich. Zudem wird auf eine durch die GHD entwickelte Online-Plattform für Lehrinhalte und Lehrprojekte - Lehrforum verwiesen. Das Lehrforum ermöglicht den Austausch von Lehrerfahrungen, die Darstellung von Lehrprofilen und von Praxisbeispielen und beinhaltet Informationen zu fachbezogenen Hochschuldidaktiken, aber auch einen Überblick über vom MWK Baden-Württemberg und BMBF geförderten Lehrprojekte und deren Materialien. Alle Lehrenden können sich dort registrieren - auch aus anderen Bundesländern. Für die Vernetzung und Beratung vor Ort können die Kontakte der einzelnen Servicezentren an den beteiligten Hochschulen recherchiert werden

Die GHD ist strukturiert in
a) die Studienkommission als solche,
b) den Lenkungsausschuss,
c) die Geschäftsstelle der Studienkommission sowie
d) die Arbeitsgruppe Innovative Lehrprojekte (AGIL).

  1. Studienkommission für Hochschuldidaktik
    Die Studienkommission setzt sich aus vom Senat gewählten Didaktikbeauftragten zusammen. Sie berät das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in grundsätzlichen Angelegenheiten, fasst Beschlüsse über Berichte und Konzepte des Lenkungsausschusses und macht Vorschläge für die Berufung von drei Professor_innen in den Lenkungsausschuss. Die Didaktikbeauftragten fördern darüber hinaus die hochschulinterne Kommunikation über Fragen der Lehre.

  2. Lenkungsausschuss
    Der Lenkungsausschuss soll die Aktivitäten auf dem Gebiet der Hochschuldidaktik in den einzelnen HAW anregen und koordinieren. Er begutachtet bspw. Projekte, fördert Publikationen und organisiert Fortbildungsseminare im Bereich der Hochschuldidaktik. Außerdem pflegt der Lenkungsausschuss Kontakte mit hochschuldidaktischen Institutionen außerhalb von Baden-Württemberg und verwaltet gemeinsam mit der Studienkommission den Etat.

  3. Geschäftsstelle der Studienkommission
    Die Geschäftsstelle der Studienkommission, die ihren Sitz an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft hat, führt die Geschäfte der Studienkommission, des Lenkungsausschusses und der Arbeitsgruppe Innovative Lehrprojekte (AGIL). Sie ist für die hochschuldidaktische Betreuung aller staatlichen HAW im Land zuständig.

  4. Arbeitsgruppe Innovative Lehrprojekte)
    Die Arbeitsgruppe Innovative Lehrprojekte (AGIL) ist ein Expert_innengremiun, das von der Rektorenkonferenz der HAW eingesetzt wurde. Sie bildet die Nachfolge von LARS (Leistungsanreizsysteme in der Lehre) und entwickelt bzw. beschließt Initiativen zur Förderung innovativer Lehrprojekte.

Kompetenznetz Lehre in der Medizin

Das Kompetenznetz Lehre in der Medizin ist ein Verbund aus fünf verschiedenen Kompetenzzentren in Mannheim, Heidelberg, Tübingen, Ulm und Freiburg. Diese sind an den jeweiligen medizinischen Fakultäten angesiedelt. Übergeordnete Aufgabe ist dabei die Qualitätssicherung und Verbesserung der Lehre und der Prüfungen in der Medizin durch:

  • die Entwicklung verbindlicher Leitlinien durch die gemeinschaftliche Nutzung von Expertise und Ressourcen
  • die Etablierung eines Landesforschungsschwerpunkts “Lehre”
  • die Organisation zertifizierter Weiterbildungsangebote und Prüfsiegel.

Das Kompetenznetz bietet in diesem Zuge z.B.

  • standardisierte medizindidaktische Qualifikationen in Basis- und Aufbaukursen und
  • standardisierte Prüferschulungen.

Jedes Kompetenzzentrum des Kompetenznetzes hat seinen eigenen Schwerpunkt:

  • Praktisches Jahr,
  • Prüfungen in der Medizin,
  • Medizindidaktik,
  • E-Learning in der Medizin und
  • Evaluation.

Darüber hinaus setzen vier Kompetenzzentren das BMBF-Verbundprojekt “Kompetenzorientiert lernen, lehren und prüfen in der Medizin” bzw. in der zweiten Förderperiode “Merlin” um. So ist bspw. das Teilprojekt “Neue Lerntechnologien und mobiles Lernen” am Kompetenzzentrum Ulm angesiedelt, das den Schwerpunkt “E-Learning in der Medizin” trägt. Die Geschäftsstelle des Kompetenzzentrums Lehre in der Medizin wechselt turnusmäßig und ist seit dem 1. Oktober 2018 in Heidelberg.

Stand: 01.10.2019

3 Hochschulentwicklungsplanung

Es gibt eine hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung in Form des Hochschulfinanzierungsvertrags und eine hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung in Form von Struktur- und Entwicklungsplänen.

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3.1 Hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung

Baden-Württemberg hat mit dem Perspektive 2020 – Hochschulfinanzierungsvertrag des Landes Baden-Württemberg 2015-2020 – Vereinbarung des Landes Baden-Württemberg mit den Hochschulen des Landes Baden-Württemberg (Quelle) nach eigenen Angaben als erstes Bundesland die Empfehlung des Wissenschaftsrates umgesetzt und wird zwischen 2015-2020 die Grundfinanzierung der Hochschulen um 3% steigern. Im Hochschulfinanzierungsvertrag werden die Finanzierung festgeschrieben und allgemeine Ziele in folgenden Bereichen benannt:

  • Gute Arbeit an den Hochschulen
  • Qualitative Weiterentwicklung des Hochschulsystems
    • Sicherstellung des Lehrangebots
    • Verbesserung des Studienerfolgs
    • Strategische Partnerschaften mit der Wirtschaft
    • Promotionsverfahren
    • Gleichstellung (u.a. Einrichtung einer hochschulartenübergreifende Arbeitsgruppe)
    • Open Access
  • Strategiefähigkeit und Steuerung
    • Strategische Steuerung (Ermittlung von Erfolgsquoten, Prüfung der leistungsorientierten Mittelverteilung)
    • Rücklagenmanagement
  • Energieeffiziente Hochschulen (Energie- und Flächenmanagement)

Zudem werden zentrale Dimensionen benannt, die in der individuellen Ausgestaltung der Struktur- und Entwicklungspläne durch die Hochschulen berücksichtigt werden sollen:

  • Lehre und Studium (inkl. Erfolgsquotenermittlung)
  • Forschung
  • wissenschaftlicher Nachwuchs
  • Gleichstellung
  • akademische Weiterbildung
  • Wissens- und Technologietransfer

Querschnittsaufgaben sind die Verbesserung der Arbeitsbedingungen aller Mitarbeiter_innen, die Steigerung des Anteils von Frauen in der Wissenschaft sowie die Minimierung des Energieverbrauch.

Die inhaltliche Ausgestaltung des Hochschulfinanzierungsvertrags liegt in der Verantwortung der Hochschulen. In dem Hochschulfinanzierungsvertrag ist digitale Lehre kein Thema. Es wird jedoch darauf verwiesen, dass die Hochschulen Open Access verankern.

3.2 Hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung

Nach § 7 LHG erstellen die Hochschulen Struktur- und Entwicklungspläne. In diesen sollen u.a. sowohl die Gleichstellungspläne als auch die Schwerpunkte von Lehre, Forschung und Entwicklung und des “Wissens-, Gestaltungs- und Technologietransfers” integriert werden.

Einige Hochschulen haben ihren Struktur- und Entwicklungsplan auf ihren Webseiten veröffentlicht. Beispiele für die sowohl strukturell als auch inhaltlich unterschiedlich aufgebauten Struktur- und Entwicklungspläne findet man bei der Dualen Hochschule Baden-Württemberg 2015-2020 (Quelle) und der Universität Ulm 2017-2021 (Quelle).

Digitalisierung oder digitale Lehre werden dort unterschiedlich thematisiert. So formuliert die Universität Ulm u.a. das Ziel unter Digitalisierung der Lehre, die Ausstattung der Hörsäle nutzerorientiert auszustatten und Vorlesungsaufzeichnungen zur Verfügung zu stellen (S. 76).

Sofern im Text nicht anders vermerkt, ist der Stand dieses Dokuments der 07.11.2018

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