Hessen

« zur Ansicht in der Deutschlandkarte « zur Länderübersicht

Auf dieser Seite werden die öffentlich zugänglichen Landes- und Hochschulstrategien Hessens in Hinblick auf Digitalisierung in der Hochschulbildung sowie, falls vorhanden, die hochschulinternen Aushandlungsprozesse der Hochschulen dargestellt.

Öffentlich zugängliche Landesstrategien

Laut Hochschulkompass gibt es in Hessen aktuell 30 öffentlich-rechtliche (15), staatlich anerkannte kirchliche (5) und staatlich anerkannte private (10) Hochschulen.

1 Landesstrategie

2016 brachte das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung die ressortübergreifende Strategie Digitales Hessen – Intelligent. Vernetzt. Für Alle (Quelle) heraus. Die Landesstrategie und aktuelle Entwicklungen finden sich auch auf der Webseite digitalstrategie-hessen.de.

Mehr erfahren

Im Zuge der Entwicklung dieser Strategie fand eine Abstimmung mit 500 Vertreter_innen aus Wirtschaft und Forschung sowie Expert_innen statt. Als übergeordnete Ziele formuliert Hessen:

  1. Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen wie demografischer Wandel, Klimaveränderung und Energiewende
  2. Sicherung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und guter Arbeitsbedingungen
  3. Stärkung der Innovationskraft Hessens und Platzierung in der Spitzengruppe europäischer Technologiestandorte

Die in diesem Rahmen identifizierten 17 Handlungsfelder werden in drei Bereichen dargestellt und mit Zielen und Maßnahmen unterlegt:

Gestaltung

  • Bildungswesen
  • Verwaltung
  • Verbraucherschutz
  • Telekommunikation und Regulierung
  • Wissenschaftsförderung
  • Wirtschafts- und Technologieförderung

Technologie

  • Breitbandnetze
  • Rechenzentren
  • IT-Sicherheit und Datenschutz
  • Geoinformationen

Anwendung

  • Industrie
  • Handel, Finanzen, Dienstleistung und Handwerk
  • Kultur- und Kreativwirtschaft
  • Energie
  • Mobilität
  • Gesundheit
  • Wohnen und Leben

Zudem wird ein Kapitel der Vernetzung der Handlungsfelder gewidmet:

  • Plattformen für den branchenübergreifenden Wissenstransfer
  • Strategien für Smarte Städte und Regionen

Im Handlungsfeld Bildungswesen wird dieses Ziel verfolgt: “Ausbildung und Weiterbildung müssen flexibel auf die Veränderung der Qualifikationsanforderungen reagieren und Fachkräfte sichern” (S. 11). In diesem Kontext wird auch die Hochschulbildung thematisiert (s.u. Lehre). Hochschulen werden außerdem im Kapitel Wissenschaftsförderung thematisiert. In diesem Handlungsfeld ist das Ziel, "Hochschulen und Forschungsinstitute beim Aufbau digitaler Infrastrukturen [zu unterstützen], um ihre Angebote insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen besser zugänglich zu machen“ (S. 26). Besondere Bedeutung kommt dabei der Exzellenz-Förderung von IT-Forschungsprojekten im Rahmen von (LOEWE zu. Seit 2008 ist dies ein Landesprogramm für verschiedene wissenschaftliche Vorhaben in drei Förderlinien.

Die Landesstrategie soll fortgeschrieben werden. Dafür wurde eine Geschäftsstelle Digitales Hessen bei der Hessen Trade & Invest GmbH im Auftrag des Wirtschaftsministeriums eingerichtet, die die Umsetzung begleitet. Das House of IT wirkt dabei u.a. durch Analysen mit.

Stand: 28.01.2019

2 Landesweite Hochschulstrategien in den Leistungsbereichen Forschung und Lehre

Es existiert aktuell keine separate allgemeine Landesstrategie im Bereich Forschung oder Lehre an den Hochschulen neben der Hochschulentwicklungsplanung. Jedoch gibt es sehr viele Maßnahmen zur Forschungsförderung, hierunter fallen die LandesOffensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, das House-of-Konzept sowie die Hessische Innovationsstrategie 2020 (Quelle). Letztere ist auch in Bezug auf Wissens- und Technologietransfer zu nennen, ebenso verschiedene Maßnahmen zum Wissens- und Technologietransfer. Im Bereich Lehre wird z.B. eine Plattform zur digitalen Lehre, Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen, vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst angekündigt.

Mehr erfahren

2.1 Forschung

Es existiert aktuell keine separate allgemeine Landesstrategie im Bereich Forschung. Jedoch gibt es sehr viele Maßnahmen zur Forschungsförderung in Hessen.

Landesprogramm LOEWE
Seit 2008 existiert die LandesOffensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz. Dieses besteht aus drei Förderlinien:

House-of-Konzept
Hessen verfolgt ein House-of-Konzept, um in wirtschaftlich relevanten Bereichen interdisziplinäre Plattformen für Forschung, Aus- und Weiterbildung und Wissens- und Technologietransfer zu schaffen. Jedes House besteht aus Unternehmen der benannten Wirtschaftsbereiche, mindestens einer Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung und politischen Vertreter_innen. Aktuell gibt es fünf Houses:

  • House of Finance (2008)
  • House of Logistics and Mobility (2010)
  • House of IT (2013)
  • House of Pharma and Healthcare (2013)
  • House of Energy (2015)

Das House of IT ist ein Expertennetzwerk und Cluster zur Förderung der Digitalen Transformation und wird als gemeinnütziger Verein gemeinsam von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik getragen. Es ist Teil der “Houses of”-Innovationsstrategie des Landes Hessen.

Forschung wird auch ausführlich im Anwendungsbereich in der Landesstrategie Strategie Digitales Hessen – Intelligent. Vernetzt. Für Alle (Quelle) behandelt.

Hessische Innovationsstrategie 2020
Die Hessische Innovationsstrategie 2020 (Quelle) wurde 2013 veröffentlicht. Dort wurden Schlüsselbereiche identifiziert, die besonders relevant für die Innovationsförderung sind und sich auch in den Houses widerspiegeln:

  • Life Sciences, Bioökonomie und Gesundheitswirtschaft
  • Umwelttechnologie, Energietechnologie und Ressourceneffizienz
  • Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)
  • Automatisierung und Systemtechnik
  • Nano- und Materialtechnologie
  • Innovative Mobilitäts- und Logistikkonzepte, Elektromobilität
  • Finanzwirtschaft
  • Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Innovationsstrategie widmet sich sehr ausführlich der aktuellen und zukünftigen Rolle der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in diesem Themenfeld. Es bestehen mehrere Verbindungen zu dem Landesprogramm LOEWE und dem House-of-Konzept.

Stand: 28.01.2019

2.1.1 Wissens- und Technologietransfer

Es liegt aktuell keine explizite Landesstrategie in diesem Bereich vor. Nach § 3 HHG ist Wissens- und Technologietransfer sowie das weiterbildende Studium, die Weiterbildung des Personals und der Unterstützung der Absolvent_innen bei der Existenzgründung jedoch eine der Aufgaben von Hochschulen.

In mehreren Strategiepapieren wird Wissens- und Technologietransfer zudem ausführlich behandelt. Hessen setzt verschiedene Maßnahmen zum Wissens- und Technologietransfer um und hat beispielsweise 2017 eine Richtlinie des Landes Hessen zur Stärkung von Forschung, technischer Entwicklung, Transfer und Innovation; Förderung von Hochschulen, Forschungs- und Transfereinrichtungen herausgegeben sowie eine Internetplattform Forschungsfinder entwickelt.

In der Landesstrategie Strategie Digitales Hessen – Intelligent. Vernetzt. Für Alle (Quelle) wird in zwei Kapiteln auf Transfer verwiesen:

Vernetzung der Handlungsfelder - Plattformen für den branchenübergreifenden Wissenstransfer
Es sollen verschiedene Plattformen genutzt bzw. entwickelt werden, um einen branchenübergreifenden Transfer sicherzustellen. So soll z.B. die Internetplattform Digitales Hessen sowohl über die strategischen Handlungsfelder informieren als auch Vernetzung ermöglichen, bspw. durch Veranstaltungshinweise und die Einbeziehung aller relevanten Einrichtungen und Akteur_innen (wie die Houses). Besondere Bedeutung kommt dem House of IT zu, das als “Kompetenzzentrum für innovative Informations- und Kommunikationstechnologien” (S. 103) dient und drei Arbeitsschwerpunkte hat: Forschung und Wissenstransfer, Weiterbildung und Lehre und Gründung und Wachstum. Der Software-Cluster als IKT-Netzwerk soll mit neuen Themen und Projekten fortgesetzt gesetzt werden. Es sollen eigene Veranstaltungen durch die Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest GmbH entwickelt werden. Auch im Gestaltungsbereich Wirtschafts- und Technologieförderung wird eine Stärkung des
Wissens- und Technologietransfers angestrebt.

In der Hessischen Innovationsstrategie 2020 (Quelle) stellt Wissens- und Technologietransfer ein eigenes Handlungsfeld mit folgenden Zielsetzungen dar:

  • Unternehmens- und Existenzgründungen aus Hochschulen
  • Anwendungs- und Kompetenzzentren
  • Forschungseinrichtungen, Forschungscampusmodelle
  • Forschungs- und Technologienetzwerke
  • Validierung und Verwertung von Forschungsergebnissen
  • Professionalisierung der Transferstrukturen

Stand: 28.01.2019

2.1.2 Open Access

Es gibt aktuell keine separate Open Access-Strategie in Hessen. In der Strategie Digitales Hessen – Intelligent. Vernetzt. Für Alle (Quelle) wird das Thema nicht angesprochen.

Stand: 28.01.2019

2.2 Lehre

Es existiert aktuell keine separate allgemeine Landesstrategie im Bereich Lehre neben der Hochschulentwicklungsplanung. In der Strategie Digitales Hessen – Intelligent. Vernetzt. Für Alle (Quelle) werden im Gestaltungsbereich folgende Maßnahmen im Handlungsfeld Bildungswesen für die Hochschulbildung formuliert:

  • Digitalisierung zum Thema dualer Studiengänge machen
  • Hochschulausbildung stärker mit digitalem Wissen verzahnen (interdisziplinäre Studiengänge)
  • E-Learning stärker in die berufliche und Hochschulbildung integrieren
    • Stärkung des Einsatzes von Blended Learning
    • Einrichtung einer gemeinsamen Plattform zu digitalisierter Lehre für Studierende

Die Zielsetzung einer Plattform wurden zum ersten Mal in einem Antrag im Landtag unter dem Titel “Chancen der Digitalisierung für die weitere Verbesserung der Hochschullehre nutzen” (Quelle) eingebracht. Dort wurde auch empfohlen, die Einrichtung zu begleiten. Das HIS wurde dafür angefragt. In einer kleinen Anfrage vom 17.05.2017 (Quelle) bestätigte das Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das der Prozess eingeleitet wurde. In einer Pressemitteilung vom 17.12.2018 kündigte das Ministerium für Wissenschaft und Kunst einen Verbund aus 11 staatlichen Hochschulen an, der ab Februar 2019 die Plattform zur digitalen Lehre umsetzen soll: Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen.

Stand: 28.01.2019

2.3 Hochschulverbünde in den Bereichen Digitalisierung und Lehre

In Hessen gibt es aktuell keinen Hochschulverbund zur Digitalisierung oder Lehre, an dem alle öffentlich-rechtlichen Hochschulen beteiligt sind. Seit Februar 2019 gibt es jedoch den Hochschulverbund Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen, an dem elf Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften beteiligt sind. Darüber hinaus gibt es das Hochschuldidaktische Netzwerk Mittelhessen und die Arbeitsgruppe wissenschaftliche Weiterbildung.
Die Beschreibung der Hochschulverbünde wurde im Rahmen des bis Ende 2019 verlängerten Forschungsprojektes BRIDGING erstellt.

2.3.1 Hochschulverbund im Bereich Digitalisierung

In Hessen gibt es aktuell keinen Hochschulverbund zur Digitalisierung, an dem alle öffentlich-rechtlichen Hochschulen beteiligt sind. Seit Februar 2019 gibt es jedoch den Hochschulverbund Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen, an dem elf Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften beteiligt sind.

Der Verbund Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen wird als Projekt durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) bis 2020 mit etwa 10 Millionen Euro gefördert.

Ziel des Projektes ist,

  • Studierenden Zugang zu digitalen barrierefreien, qualitätsgesicherten Lerninhalten zu ermöglichen und
  • Lehrenden einen Raum geben, sich auszutauschen und digitale Lehrkonzepte auszuprobieren.

Dafür wurden Servicestellen an den Hochschulen eingerichtet, die bestimmte Arbeitsschwerpunkte fokussieren (Quelle).

Zudem wurden sieben Innovationsforen eingerichtet, in denen sich Hochschulangehörige zu bestimmten Themen austauschen können. Jedes Austauschforum wird von bestimmten Hochschulen verantwortet:

  • Barrierefreiheit (Universität Frankfurt und TH Mittelhessen)
  • Didaktische Konzeptentwicklung (Universität Gießen und TU Darmstadt)
  • E-Assessment (Hochschule Darmstadt, Universitäten Marburg und Kassel)
  • (Trusted) Learning Analytics (Universität Frankfurt und TU Darmstadt)
  • Qualifizierung der Lehrenden (Universität Gießen
  • Wirksamkeitsanalyse (Universität Marburg)
  • Virtual Reality (Universität Frankfurt, Hochschulen Fulda und RheinMain)

Struktur

An dem Verbund sind insgesamt elf Hochschulen beteiligt:

  • Philipps-Universität Marburg
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Goethe-Universität Frankfurt
  • Hochschule Darmstadt
  • Hochschule Fulda
  • Hochschule Geisenheim University
  • Hochschule RheinMain
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Technische Hochschule Mittelhessen
  • Technische Universität Darmstadt
  • Universität Kassel

Die Kunsthochschulen des Landes sind nicht beteiligt. Es wurden drei grundsätzliche Funktionsbereiche geschaffen:

  • Steuerungsgremium
  • Projektkoordination
  • Lokale Servicestellen
  1. Steuerungsgremium
    Das Steuerungsgremium wurde bereits vor Projektbeginn eingerichtet und besteht aus den Vizepräsident_innen für Studium und Lehre der oben genannten Hochschulen. Seine Aufgabe ist die Lenkung der Aktivitäten.

  2. Projektkoordination
    Die Philipps-Universität Marburg koordiniert das Gesamtprojekt. Dafür wurde eine Servicestelle (DIGLL-Servicestelle) mit aktuell fünf Personen eingerichtet).

  3. Lokale Servicestellen
    Neben der zentralen Servicestelle wurden an den beteiligten Hochschulen lokale Servicestellen eingerichtet, die für die Umsetzung der Teilprojekte und/oder Innovationsforen zuständig sind.

Auf der Webseite der findet sich ein Organigramm, in dem die Funktionsbereiche und Arbeitsprozesse beschrieben sind.

Von 2002-2014 diente das Kompetenznetz E-Learning Hessen dem Erfahrungsaustausch zwischen Hochschulen. In dessen Rahmen wurden an allen hessischen Universitäten und Fachhochschulen technische Infrastrukturen und Service- und Beratungsangebote für E-Learning geschaffen. Die im aktuellen Verbund beteiligten Hochschulen waren auch im Kompetenznetz vertreten. Hinzu gekommen ist die Hochschule Geisenheim University, die 2013 als Hochschule neuen Typs gegründet wurde.

Die Verbundbeschreibung wurde im Rahmen des Forschungsprojektes BRIDGING erstellt. Bei e-teaching.org findet man ebenfalls eine Beschreibung.

Stand 28.05.2019

2.3.2 Hochschulverbünde im Bereich Lehre

Das Hochschuldidaktische Netzwerk Mittelhessen (HDM)

Das Hochschuldidaktische Netzwerk Mittelhessen (HDM) ist eine Kooperation der Philipps-Universität Marburg, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der technischen Hochschule Mittelhessen und besteht seit 2007. Das Ziel des Netzwerkes ist es, allen Lehrenden dieser Hochschulen Weiterbildungs- und Beratungsangebote zur Verfügung zu stellen, um so ihre Lehrkompetenz systematisch zu verbessern. Das dafür entwickelte Qualifikationsprogramms steht allen Lehrenden der Mitgliedshochschulen offen, insbesondere an Jungakademiker_ innen und Nachwuchswissenschaftler_ innen, die bislang keine Lehraufgaben übernommen haben. Interessierte außerhalb der Mitgliedshochschulen können prinzipiell ebenfalls die Angebote des HDM nutzen.

Das HDM richtet seine Arbeit an seinem Selbstverständnis zur hochschuldidaktischen Weiterbildung aus. Darüber hinaus hat das HDM ein auf theoretischen Vorarbeiten fundiertes Kompetenzmodell entwickelt, das dem Qualifikationsprogramm zugrunde liegt und aus dem ein eigenes Zertifikat zum “Reflective Practitioner” beruht. Die Kompetenzfelder aus dem entwickelten Kompetenzmodell spiegeln sich in dem Workshopangebot wider. Außerdem kann über das HDM das Zertifikat “Kompetenz für professionelle Hochschullehre” erworben werden.

Auf seiner Internetseite bietet das HDM:

  • eine Linksammlung zu Selbstlernmaterialien sowie
  • den Austausch über die Lernplattform ILIAS.

Die Arbeitsgruppe wissenschaftliche Weiterbildung (AGWW)

Die Arbeitsgruppe wissenschaftliche Weiterbildung (AGWW) ist ein Verbund von sieben hessischen Fachhochschulen. Ziel ist es, das Weiterbildungsprogramm gemäß den Personalentwicklungskonzepten der teilnehmenden Hochschulen zu gestalten. Das Weiterbildungsprogramm besteht aus - Seminaren, - Workshops und - weiteren Veranstaltungen.

Das Angebot richtet sich jeweils an Professor_ innen, Mitarbeiter_ innen und Lehrbeauftragte der Mitgliedshochschulen. Dabei werden folgende Themenfelder abgedeckt:

  • Hochschuldidaktik,
  • Hochschulentwicklung,
  • Führungskompetenz,
  • Methodenkompetenz und
  • Sozialkompetenz.

Mitgliedshochschulen der AGWW sind:

  • Hochschule Darmstadt,
  • Ev. Hochschule Darmstadt,
  • Frankfurt University of Applied Sciences,
  • Hochschule Fulda, Hochschule Geisenheim University,
  • Technische Hochschule Mittelhessen,
  • Hochschule RheinMain.

An jeder Hochschule gibt es eine oder mehrere Kontaktpersonen.

Stand: 01.10.2019

3 Hochschulentwicklungsplanung

Es gibt eine hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung in Form des Hochschulpakts 2016-2020 (Quelle) und eine hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung in Form von Zielvereinbarungen und Entwicklungsplänen.

Mehr erfahren

3.1 Hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung

Hessen hat mit 13 staatlichen Hochschulen einen Hochschulpakt 2016-2020 (Quelle) vereinbart. Neben finanziellen Rahmenbedingungen beschreibt dieser hochschulpolitische Ziele, z.B.:

  • Beibehaltung der Studierendenzahlen
  • Höherer Anteil an Studierenden an Fachhochschulen (besonders MINT und dual)
  • Fokus der Landeshochschulentwicklungsplanung auf Profilbildung, hochschulübergreifenden Kooperation, Internationalisierung und interkulturelle Integration)
  • Integration von Fächerratings in Landeshochschulentwicklungsplanung
  • Umsetzung der Qualitätsstandards zu Promotionsverfahren
  • Stärkung der kooperativen Promotionsverfahren und hochschulübergreifenden Kooperationsplattformen für Promotionen
  • Weiterführung des LOEWE-Programms (Kooperationen in der Forschung)
  • Entwicklung von Hochschulstrategien für Wissens- und Technologietransfer
  • Erhöhung der Existenzgründungen aus den Hochschulen
  • Entwicklung von Personalkonzepten (inkl. Leitlinien zu Befristungen)
  • Einrichtung von Tenure Track-Professuren
  • Maßnahmen zum Übergang Schule-Hochschule
  • Verhinderung von Studienabbrüchen
  • Förderung der hochschulartenübergreifenden, in- und ausländischen Mobilität der Studierenden
  • Ausbau dualer und berufsbegleitender Studiengänge
  • Umsetzung einer Willkommens- und Anerkennungskultur/interkulturellen Öffnung
  • Ausbau der Betreuungsangebote für internationale Studierende (inkl. Studienkollegs)
  • Ausbau der englischsprachigen Studiengänge
  • Sicherstellung der Gleichstellung von Frauen und Männern (Orientierung an den Empfehlungen des Wissenschaftsrats und den Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG)
  • Realisierung von Familienfreundlichkeit, Diversität und Chancengleichheit
  • Mitwirkung an Umsetzung der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie

Digitalisierung oder digitale Hochschullehre ist kein Thema im Hochschulpakt.

3.2 Hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung

Die hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung erfolgt über Zielvereinbarungen und Entwicklungspläne.

Zielvereinbarungen
Nach § 7 HHG dienen individuelle Ziel- und Leistungsvereinbarungen der “Verwirklichung der Ziele der Entwicklungsplanung”. Sie sollen Angaben zu folgenden Punkten enthalten:

  • fachliche Schwerpunktsetzungen im grundständigen Studienangebot
  • Kennzahlen über die Studienplätze
  • ggf. Baumaßnahmen
  • fachliche Forschungsschwerpunkte
  • Förderung der Qualität von Lehre und Forschung
  • Konzepte für den Wissens- und Technologietransfer mit der Wirtschaft
  • Entwicklung von Internationalisierung und interkultureller Integration
  • Förderung von Frauen und des wissenschaftlichen Nachwuchses

Alle 13 Ziel- und Leistungsvereinbarungen 2016-2020 können auf der Webseite des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst eingesehen werden.
Das Ministerium betont die hochschulübergreifende Zielstellung der Qualitätssicherung des Studiums, der Studienorientierung und der Studienabschlussquoten mit besondere Betonung des Einsatzes von Self-Assessments. Als weitere Schwerpunkte werden, ebenso wie im Hochschulpakt, die Fortschreibung der Hochschulprofile und die Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen genannt.

Alle Papiere haben dabei mindestens folgende Hauptgliederungspunkte:

  1. Lehre und Studium
  2. Forschung und Transfer
  3. Wissenschaftlicher Nachwuchs
  4. Internationalisierung und interkulturelle Integration
  5. Gleichstellungs- und Familienförderung
  6. Nachhaltiger Hochschulbau und Infrastruktur
  7. Personal- und Organisationsentwicklung
  8. Hochschulfinanzen

Die Ausgestaltung ist hingegen individuell. Einige Hochschulen thematisieren digitale Lehre bzw. E-Learning. So bezieht sich die Technische Hochschule Mittelhessen in ihrer Zielvereinbarung 2016-2020 (Quelle) auf die Digitalisierungsstrategie des Landes und beschreibt u.a. folgende Maßnahmen:

  • Beteiligung an Einrichtung einer gemeinsamen landesweiten Plattform digitalisierte Lehre
  • Integration der im Forschungsprojekt Weiterbildung Mittelhessen (WM3) entwickelten E-Learning Module, Web Based Trainings und Selbstlerntests in duale und Weiterbildungsstudiengänge
  • Transfer vorhandener Konzepte in andere Module (z.B. Chatroom im Modul Einführung in die BWL)
  • Einführung von Selbstlerntests vor Studienbeginn

Alle 13 Hochschulen haben in ihren Ziel- und Leistungsvereinbarungen angegeben, sich an der Einrichtung einer hochschulübergreifenden Plattform zur digitalisierten Lehre beteiligen werden.

Entwicklungspläne
Nach § 7 HHG erarbeiten die Hochschulen eine eigene Entwicklungsplanung. Ungefähr die Hälfte der Hochschulen, die Zielvereinbarungen geschlossen haben, haben ihren Entwicklungsplan auf ihrer Webseite veröffentlicht, so macht zum Beispiel die Universität Kassel ihren Entwicklungsplan 2015-2019 (Quelle) öffentlich zugänglich. Die Hochschulen thematisieren Digitalisierung und digitale Lehre bzw. E-Learning dabei in unterschiedlichem Umfang.

Sofern im Text nicht anders vermerkt, ist der Stand dieses Dokuments der 28.01.2019

Top