Rheinland-Pfalz

« zur Ansicht in der Deutschlandkarte « zur Länderübersicht

Auf dieser Seite werden die öffentlich zugänglichen Landes- und Hochschulstrategien Rheinland-Pfalzs in Hinblick auf Digitalisierung in der Hochschulbildung sowie, falls vorhanden, die hochschulinternen Aushandlungsprozesse der Hochschulen dargestellt.

Öffentlich zugängliche Landesstrategien

Laut Hochschulkompass gibt es in Rheinland-Pfalz aktuell 18 öffentlich-rechtliche (12), staatlich anerkannte kirchliche (3) und staatlich anerkannte private (3) Hochschulen.

1 Landesstrategie

2018 brachte die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz die ressortübergreifende Strategie für das digitale Leben Rheinland-Pfalz digital – Wir vernetzen Land und Leute (Quelle) heraus. Die Landesstrategie sowie weitere aktuelle Entwicklungen finden sich auch auf der Webseite digital.rlp.de.

Mehr erfahren

Die Grundlage wurde 2016 anhand von 12 Themenfeldern und Fragestellungen in dem Impulspapier Unser Weg zur Digitalstrategie (Quelle) gelegt. Inhaltlich wurde die Strategieentwicklung seit 2016 durch das ressortübergreifende Digitalisierungskabinett gesteuert. Die Entwicklung wurde dabei in Form eines Digital-Dialogs begleitet. Bestandteile des Digital-Dialogs sind:

  • Landesrat für digitale Entwicklung und Kultur seit 2013
    • 11 Expert_innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
  • Digital-Forum seit 2018
    • verschiedene Veranstaltungsformate für Bürger_innen
  • Online-Plattform Oktober 2016-August 2017
    • Möglichkeit, die Fragen aus dem Impulspapier zu kommentieren

Eine Übersicht über die chronologische Entwicklung findet sich auch in der Strategie für das digitale Leben Rheinland-Pfalz digital – Wir vernetzen Land und Leute (Quelle).

In der Strategie werden 12 Handlungsschwerpunkte formuliert und mit Zielen und Maßnahmen unterlegt:

  • Zukunftsfähige Digitale Infrastruktur. Unser Weg in die Gigabit-Gesellschaft
  • Digitale Bildung entscheidet
  • Digitalisierung der Wirtschaft – Industrie 4.0, Digitaler Mittelstand und Startups
  • Digitalisierung als Chance für Energiewende, Ressourcen und Umweltschutz
  • Demografischen Wandel gestalten, Ländliche Räume entwickeln – Jung und Alt vernetzen
  • Digitalisierung in Gesundheit und Pflege. Gut versorgt durch neue Chancen
  • Zukunft der Arbeitswelt – Gute Arbeit 4.0
  • Digitalisierung in der Wissenschaft
  • Digitale Verwaltung, Digitale Justiz, E-Government
  • Safety and Security – Sicher in die digitale Zukunft
  • Verbraucherschutz in der digitalen Welt
  • Gesellschaftliche Teilhabe, Barrierefreiheit und Digitalisierung in der Kultur

Hochschulen werden vor allem im Kapitel “Digitalisierung in der Wissenschaft” thematisiert, wobei folgende Ziele und Maßnahmen formuliert werden (S. 44-47):

  • Die Landesregierung unterstützt die Hochschulen bei der Weiterentwicklung der modernen Lehrinfrastruktur des Landes.
  • Die Landesregierung baut die Netzinfrastruktur an den Hochschulen weiter aus.
  • Die Allianz für Hochleistungsrechnen Rheinland-Pfalz soll Teil der bundesweiten Hochleistungsrecheninfrastruktur werden.
  • Die Landesregierung setzt die Förderung des Zentrums für Hochschul-IT Rheinland-Pfalz fort.
  • Die neu gegründete Rechenzentrumsallianz Rheinland-Pfalz wird durch eine Evaluierung geprüft und abgesichert.
  • Das Land unterstützt die Hochschule bei der Digitalisierung von Studium und Lehre.
  • Die Landesregierung fördert den Einsatz von Open Educational Resources.
  • Das Qualifizierungsangebot für Lehrende an den Hochschulen in Rheinland-Pfalz wird ausgebaut.
  • Die Lehramtscurricula werden an die Erfordernisse digitaler Bildung angepasst.
  • Die digitale Transformation in Forschung und Lehre soll durch vorgezogene Berufungen beschleunigt werden.
  • Das Land stellt den Hochschulen Stellen für das digitale Fachpersonal bereit.
  • Die Landesregierung begleitet wissenschaftliche Bibliotheken bei der digitalen Neuausrichtung.
  • Die Landesregierung führt eine Studie zu Verbundsystemen durch.
  • Next Generation Software wird in wissenschaftliche Bibliotheken im Land eingeführt.
  • Das Land baut das Forschungsfeld Künstliche Intelligenz / Deep Learning weiter aus.

Stand: 30.01.2019

2 Landesweite Hochschulstrategien in den Leistungsbereichen Forschung und Lehre

Es existiert aktuell keine separate allgemeine Landesstrategie im Bereich Forschung und Lehre an den Hochschulen. Jedoch setzt das Wissenschaftsministerium seit 2008 eine Forschungsinitiative um, die Hochschulen gezielt unterstützt. Darüber hinaus nimmt die Strategie für das digitale Leben Rheinland-Pfalz digital – Wir vernetzen Land und Leute (Quelle) Bezug auf Forschung. Weiterhin zeigt die Innovationsstrategie Rheinland-Pfalz (Quelle) Handlungsfelder für die anwendungsorientierte Forschung auf. Wissens- und Technologietransfer wird einerseits per Gesetz, andererseits über bestimmte Landesmaßnahmen thematisiert.

Mehr erfahren

2.1 Forschung

Es liegt keine separate Landesstrategie in der Forschung vor. Jedoch setzt das Wissenschaftsministerium seit 2008 eine Forschungsinitiative um, die Hochschulen gezielt unterstützt. Darüber hinaus nimmt die Strategie für das digitale Leben Rheinland-Pfalz digital – Wir vernetzen Land und Leute (Quelle) Bezug auf Forschung. Weiterhin zeigt die Innovationsstrategie Rheinland-Pfalz (Quelle) Handlungsfelder für die anwendungsorientierte Forschung auf. Wissens- und Technologietransfer wird einerseits per Gesetz, andererseits über bestimmte Landesmaßnahmen thematisiert.

Die Forschungsinitiative fokussiert die Profilbildung der Hochschulen in Form von Forschungsschwerpunkten und Forschungszentren. Dadurch haben alle Hochschulen spezifische Forschungsfelder.

In der Strategie für das digitale Leben Rheinland-Pfalz digital – Wir vernetzen Land und Leute (Quelle) sind v.a. folgende Ziele aus dem Kapitel “Digitalisierung in der Wissenschaft” der Forschung zuzuordnen:

  • Die digitale Transformation in Forschung und Lehre soll durch vorgezogene Berufungen beschleunigt werden.
    • Identifikation oder Weiterentwicklung digitalisierungsrelevanter Forschungsgebiete
  • Das Land stellt den Hochschulen Stellen für das digitale Fachpersonal bereit.
    • Unterstützung der Bibliotheken bei Themen wie Open Access, Lizenz- und Forschungsdatenmanagement
  • Das Land baut das Forschungsfeld Künstliche Intelligenz / Deep Learning weiter aus.
    • Förderung insbesondere des Standorts Kaiserslautern und des Deutschen Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz (DFKI), Fraunhofer Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik und Fraunhofer Instituts für Experimentelles Software Engineering in den Bereichen Sicherheit, Bildung, Arbeit und Verwaltung

Zudem werden einige Ziele im Bereich der anwendungsorientierten Forschung im Kapitel Digitalisierung der Wirtschaft – Industrie 4.0, Digitaler Mittelstand und Startups benannt, u.a.:

  • Die Landesregierung stärkt die wirtschaftsnahe Forschung, Entwicklung und Innovation durch Förderprogramme und Beratung.
    • Verbundforschung von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
    • Weiterförderung von technologieorientierten Netzwerken und Clustern
  • Die Landesregierung unterstützt und begleitet Leuchttürme der Innovation: den Digital Hub in Ludwigshafen, den Gutenberg Digital Hub Mainz, die Smart Factory und das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 in Kaiserslautern
    • Nutzung des Gutenberg Digital Hubs als Zentrum für Vernetzung von (IT-) KMU, Startups, Industrie und Wissenschaft sowie Hochschulabsolvent_innen und Unternehmen

Weitere Ziele der anwendungsorientierten Forschung werden in der Innovationsstrategie Rheinland-Pfalz (Quelle) von 2014 in fünf Handlungsfeldern formuliert:

  • FuE-Einrichtungen und FuE-Infrastruktur
  • FuE-Vorhaben
  • Wissens- und Technologietransfer
  • Technologieorientierte Gründung
  • Netzwerke und Cluster

Stand: 30.01.2019

2.1.1 Wissens- und Technologietransfer

Es liegt aktuell keine separate Landesstrategie in diesem Bereich vor. Nach § 3 Abs. 6 HochSchG ist die Förderung von Wissens- und Technologietransfer jedoch ohne weitere Erläuterung eine der Aufgaben von Hochschulen.

Es gibt verschiedene Landesmaßnahmen, die den Wissens- und Technologietransfer fördern sollen, zum Beispiel:

Stand: 30.01.2019

2.1.2 Open Access

Es gibt aktuell keine separate Open Access-Strategie in Rheinland-Pfalz. In der Strategie für das digitale Leben Rheinland-Pfalz digital – Wir vernetzen Land und Leute (Quelle) wird Open Access an einigen Stellen erwähnt.

Stand: 30.01.2019

2.2 Lehre

Es existiert aktuell keine separate allgemeine Landesstrategie im Bereich Lehre neben der Hochschulentwicklungsplanung. In der Strategie für das digitale Leben Rheinland-Pfalz digital – Wir vernetzen Land und Leute (Quelle) sind v.a. folgende Ziele aus dem Kapitel “Digitalisierung in der Wissenschaft” der Lehre zuzuordnen:

  • Das Land unterstützt die Hochschule bei der Digitalisierung von Studium und Lehre
    • Fokus auf Qualität der Lehre und Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung
  • Die Landesregierung fördert den Einsatz von Open Educational Resources
  • Das Qualifizierungsangebot für Lehrende an den Hochschulen in Rheinland-Pfalz wird ausgebaut
  • Die Lehramtscurricula werden an die Erfordernisse digitaler Bildung angepasst
    • Einrichtung von Lehr-Lern-Laboren zur Erprobung digitaler Konzepte
  • Die digitale Transformation in Forschung und Lehre soll durch vorgezogene Berufungen beschleunigt werden
    • Identifikation oder Weiterentwicklung digitalisierungsrelevanter Lehrgebiete
  • Das Land stellt den Hochschulen Stellen für das digitale Fachpersonal bereit
    • ggf. Anpassung von Stellenprofilen für Rechenzentren, Bibliotheken, Verwaltung und Support von Lehr- und Lernformaten

Stand: 30.01.2019

2.3 Hochschulverbünde in den Bereichen Digitalisierung und Lehre

In Rheinland-Pfalz gibt es die hochschulübergreifende wissenschaftliche Einrichtung Virtueller Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) sowie den Hochschulevaluierungsverbund Süd-West e.V. Die Beschreibung der Hochschulverbünde wurde im Rahmen des bis Ende 2019 verlängerten Forschungsprojektes BRIDGING erstellt. Eine Beschreibung des VCRP sowie ein Interview mit dem Geschäftsführer zum zehnjährigen Jubiläum 2011 findet man auch auf e-teaching.org.

2.3.1 Hochschulverbund im Bereich Digitalisierung

Seit 2000 gibt es die hochschulübergreifende wissenschaftliche Einrichtung Virtueller Campus Rheinland-Pfalz (VCRP). Dieser besteht aus allen 12 öffentlich-rechtlichen Hochschulen laut Hochschulkompass.

Er versteht sich als “Netzwerker und Innovator der Einführung digitaler Bildungsmedien sowie neuer Lehr-Lerntechnologien”) bzw. laut Organisationssatzung (Quelle) als “zentrales Bildungsportal für Studierende und Lehrende an den Hochschulen”.

In der Organisationssatzung (Quelle) werden fünf wesentliche Aufgaben des VCRP beschrieben:

  • Schaffung und Ausbau einer Plattform zur hochschulübergreifenden Nutzung vorhandener Angebote an den Hochschulen
  • Unterstützung der Hochschulen bei der Implementierung neuer Medien in die Lehre
  • mediendidaktische und -technische Beratung von Lehrenden
  • Unterstützung bei der Projektantragstellung
  • Koordinierung zwischen den Mitgliedshochschulen

Diese Aufgaben können folgenden drei Aufgabenbereichen zugeordnet werden:

  • Service und Support
  • Vernetzung
  • Innovation und Forschung

Service und Support

  • Bildungstechnologische Software-Infrastruktur
    • Learning Management System (OpenOLAT)
    • Virtual Classroom- und E-Assessment-Systeme
    • Videoserver-Dienst (Panopto)
  • Qualifikation und Beratung in der VCRP-E-Cademy
    • Präsenz-, Online- (SPOCs) und Blended-Angebote
    • Didaktischer Fokus
    • Erwerb eines kostenpflichtigen E-Didaktik-Zertifikats (Anzahl Module und virtuelles Fachgespräch)

Vernetzung

  • Austausch unter den E-Learning-Support-Einheiten der Hochschulen
  • Organisation des E-Learning-Tags in Kooperation mit verschiedenen Hochschulen alle zwei Jahre (Dokumentation des E-Learning-Tags 2018)

Innovation und Forschung

  • landes- und bundesfinanzierte Entwicklungs- und Forschungsprojekte v.a. als Verbundprojekte (z.B. landesweites Single-Sign-On-System)
  • Aktuelle Projekte u.a.:

Der VCRP bietet zudem eine Übersicht über E‑Learning-Support-Ansprechpartner_innen an den beteiligten Hochschulen. Dort ist zusätzlich die Philosophische-Theologische Hochschule Vallendar vertreten.

Struktur

Beim Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) sind 14 Personen beschäftigt. Der VCRP hat eine Organisationsstruktur (Quelle) geschaffen, die drei wesentliche Funktionsbereiche umfasst:

  • Lenkungsausschuss
  • Leitungskollegium
  • Geschäftsführung
  1. Lenkungsausschuss
    Der Lenkungsausschuss wird von den Hochschulen gebildet. Er ist verantwortlich für die Grundsatzentscheidungen wie zum Beispiel über die Jahresplanung. Mitglieder des Lenkungsausschusses sind:
    • Vorsitzende_r der Landeshochschulpräsidentenkonferenz (LHPK) (Vorsitz)
    • Vertreter_in des für Hochschulen zuständigen Ministeriums
    • vier von der Landeshochschulpräsidentenkonferenz (LHPK) benannte Professor_innen aus Universitäten und Fachhochschulen
    • ein_e von der Landesastenkonferenz benannte Student_in
    • ein durch die Hochschulen vorgeschlagen und der LHPK bestelltes Hochschulmitglied
  2. Der/die Sprecher_in des Leitungskollegiums ist beratendes Mitglied. Das Leitungskollegium und die Geschäftsführung berichten dem Lenkungsausschuss regelmäßig.

  3. Leitungskollegium
    Das Leitungskollegium besteht aus drei Professor_innen aus Universitäten und Fachhochschulen, von denen eine_r Sprecher_in ist. Sie werden durch die Landeshochschulpräsidentenkonferenz (LHPK) vorgeschlagen und vom zuständigen Ministerium bestellt.
  4. Geschäftsführung
    Die Geschäftsführung wird durch das Leitungskollegium und den Lenkungsausschuss ausgewählt.

Stand: 28.05.2019

2.3.2 Hochschulverbund im Bereich Lehre

Der im Jahr 2003 gegründete Hochschulevaluierungsverbund Süd-West e.V. besteht aus 23 Mitgliedshochschulen aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Diese wollen die hohe Qualität in Forschung, Studium und Lehre sichern und weiterentwickeln. Der Verbund definiert seinen Aufgabenbereich in der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in den Fächern, Fachbereichen und Einrichtungen an den jeweiligen Hochschulen.

Die durchgeführten Evaluationen von gleichen Fächern bzw. Fachbereichen dienen hauptsächlich dem Zweck, unabhängig von einzelnen Hochschulen regionale Entwicklungspotenziale abzubilden, Kooperationen zu fördern und Erfahrungen der unterschiedlichen Hochschulen zusammenzuführen. Hierfür werden folgende Erhebungen veranlasst:

  • Lehrveranstaltungsbewertungen,
  • Befragungen von Absolventen,
  • Befragungen von Exmatrikulierten (d.h. auch Hochschulwechsler_ innen und Studienabbrecher_ innen) und
  • Befragungen einzelner Hochschulen.

Des Weiteren laufen aktuell drei Projekte zwischen der Geschäftsstelle des Verbunds am Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung der Johannes Gutenberg Universität Mainz und einzelnen bzw. mehreren Mitgliedshochschulen:

Das hochschuldidaktische Programm, das der Verbund anbietet, wird von der Geschäftsstelle konzipiert. An diesem Programm können alle Lehrenden der Mitgliedshochschulen teilnehmen, d.h. sowohl Lehrende mit Lehrerfahrung als auch neu angehende Lehrende. Das Programm umfasst:

  • die Vermittlung von theoretischen Kenntnissen zu “Lehren” und “Lernen”,
  • die Vermittlung von grundlegenden Lehrkompetenzen,
  • eine individuelle Beratung für die Planung und Durchführung von Lehrveranstaltungen und
  • der mögliche Erwerb des “Rheinland-Pfalz-Zertifikat für Hochschuldidaktik”.

Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) hat den Verbund mit der Verleihung des Lehrpreises des Landes beauftragt. Weiterhin hat das MWWK zusammen mit dem Hochschulevaluierungsverbund das Carl-Zeiss-Stiftung Kolleg (CZSK) in Rheinland-Pfalz eingerichtet. Das Kolleg wird durch die Carl-Zeiss-Stiftung gefördert und zielt darauf ab, Maßnahmen an Hochschulen im Land zu initiieren, die zur Attraktivität und Qualität der Studiengänge in den Fachgebieten der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik beitragen und den Studienerfolg verbessern.

Der Verbund strukturiert sich über

Stand: 01.10.2019

3 Hochschulentwicklungsplanung

Es gibt aktuell keine hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung in Form eines Landeshochschulentwicklungsplans o.Ä., aber hochschulspezifische Zielvereinbarungen und Hochschulentwicklungspläne.

Mehr erfahren

3.1 Hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung

Es gibt keine formulierte hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung in Form eines Landeshochschulentwicklungsplans o.Ä.. Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur beauftragte jedoch 2017 eine 15-köpfige Expert_innenkommission mit einer Analyse des Hochschulsystems, die die Grundlage für das geplante Hochschulzukunftsprogramm bilden soll. Die Kommission arbeitete in vier Arbeitsgruppen unter Einbeziehung von Vertreter _innen der Hochschulen zu den Themen:

  • Studium und Lehre, Lehrerbildung, Diversity
  • Forschung und Entwicklung, Nachwuchsförderung
  • Internationalisierung, Innovation in der Region, Kooperationen, Transfer
  • Governance, Kommunikationsstrategien, Hochschullandkarte Rheinland-Pfalz, Campus Management

Die Kommission formulierte 2018 im Hochschulzukunftsprogramm Rheinland-Pfalz – Potenziale, Herausforderungen, Chancen (Quelle) Empfehlungen in drei Handlungsfeldern:

  1. Studium und Lehre
    • Attraktive Lehrprofile bilden und regionale Bedarfe berücksichtigen
    • Durchlässigkeit erhöhen und Studienformate flexibilisieren
    • Qualität als Wettbewerbsvorteil weiterentwickeln
    • Lehrerbildung gemeinsam und evidenzbasiert auf hohem Niveau weiterentwickeln
  2. Forschung, wissenschaftlicher Nachwuchs, Innovation und Transfer
    • Weitere Forschungspotenziale an Universitäten heben
    • Strategische Forschungsförderung ausbauen
    • Angewandte Forschung und Transfer an Fachhochschulen fördern
    • Nachwuchs unter Beteiligung der Fachhochschulen qualifizieren
    • Wissenschaftlichen Nachwuchs an Universitäten systematisch in den Blick nehmen
  3. Governance und Finanzierung
    • Gemeinsame Zielvereinbarungen von Land und Hochschulen zur Hochschulentwicklung abschließen
    • Selbststeuerungsfähigkeit erhöhen
    • Hochschulfinanzierung weiterentwickeln
    • Dialog über den Hochschulbau führen
  4. Verbünde und Hochschulregionen als Chance

Handlungsfeldübergreifend wurden zehn Empfehlungen formuliert:

  • Region als Handlungsrahmen für die Weiterentwicklung des Hochschul- und Wissenschaftssystems Rheinland-Pfalz nutzen
  • Bildungspotenziale durch attraktive Studienkonzepte fördern und Durchlässigkeit erhöhen
  • Qualitätskultur in Studium und Lehre flächendeckend etablieren
  • Digitalisierung als systemische Aufgabe begreifen
  • Kooperative Promotionen fördern
  • Strategische Forschungsförderung im Hinblick auf Exzellenz und Spitzenforschung weiterentwickeln
  • Weitere Forschungspotenziale im Land heben
  • Strategische Steuerung des Landes auf Basis klarer Ziele und Leistungsvereinbarungen wahrnehmen
  • Hochschulfinanzierung neu ausrichten
  • Potenziale im Hochschulsystem Rheinland-Pfalz entwickeln

Digitalisierung wird in dem Gutachten als Querschnittsaufgabe beschrieben und folgende Hinweise werden gegeben:

  • Notwendigkeit strategischer Konzepte für Forschung, Lehre und Transfer
  • Sicherstellung der Ressourcen zur Umsetzung und Unterstützung
  • Ausbau der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit (S. 52)

Einige der Empfehlungen aus dem Gutachten wurden bereits in der Strategie für das digitale Leben Rheinland-Pfalz digital – Wir vernetzen Land und Leute (Quelle) berücksichtigt, wie beispielsweise das Programm zur Förderung von OER.

3.2 Hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung

Im Hochschulgesetz werden weder Hochschulentwicklungsplanung noch Ziel- und Leistungsvereinbarungen oder individuelle Hochschulentwicklungspläne genannt. Dennoch hat das Ministerium mit 11 Hochschulen Zielvereinbarungen geschlossen. Alle Zielvereinbarungen können auf der Webseite des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur eingesehen werden.

Zielvereinbarungen zur Umsetzung des Hochschulpakts 2020 (2016-2020)

Die Zielvereinbarungen zur Umsetzung des Hochschulpakts 2020 dienen vor allem der Kostenplanung. Alle Hochschulen müssen sich bei der Planung ihrer Maßnahmen an drei Programmlinien orientieren:

  1. Qualität in der Lehre
  2. Mehr Teilhabe von Frauen in der Wissenschaft
  3. Erhöhung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung

Die Ausgestaltung der Programmlinien ist unterschiedlich und beinhaltet teilweise digitale Lehr- und Lernangebote bzw. E-Learning. So plante die Universität Mainz in ihrer Zielvereinbarung (Quelle) unter Qualität in der Lehre die Entwicklung von drei Blended Learning-Angeboten und die Weiterentwicklung der E-Learning Lectures (S. 5). Darüber finden sich auf der Webseite Zielvereinbarungen von 2015 zur Verwendung der Mittel aus dem Landesprogramm Wissen schafft Zukunft. Eine Ankündigung zur Verlängerung des Landesprogramms über 2016 hinaus konnte nicht gefunden werden. In diesem Programm vereinbarten alle Hochschulen mit dem Ministerium folgende Schwerpunkte:

  • Forschung, Lehre und Studienbedingungen
  • Gute Beschäftigungsbedingungen
  • Gründungsbüros und Wissens-und Technologietransfer
  • (nur Universitäten: Wissenschaftlicher Nachwuchs)

In großen Teilen unterscheiden sich die Zielvereinbarungen inhaltlich meist nur in der Angabe von Zahlen. Digitalisierung oder digitale Hochschullehre sind kein Thema.

Hochschulentwicklungspläne

Einige Hochschulen haben trotz fehlender gesetzlicher Grundlage einen Hochschulentwicklungsplan erarbeitet und auf ihren Webseiten veröffentlicht. Sie tragen unterschiedliche Bezeichnungen (Hochschulentwicklungsplan der Hochschule Kaiserslautern (Quelle), Perspektiven 2020 der Universität Trier (Quelle) oder Entwicklungslinien 2020 der Universität Koblenz · Landau) und sind unterschiedlich aufgebaut. Dies gilt auch für den Themenbereich Digitalisierung und digitale Lehre.

Sofern im Text nicht anders vermerkt, ist der Stand dieses Dokuments der 30.01.2019.

Top