Sachsen

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Auf dieser Seite werden die öffentlich zugänglichen Landes- und Hochschulstrategien Sachsens in Hinblick auf Digitalisierung in der Hochschulbildung sowie, falls vorhanden, die hochschulinternen Aushandlungsprozesse der Hochschulen dargestellt.

Öffentlich zugängliche Landesstrategien

Laut Hochschulkompass gibt es in Sachsen aktuell 21 öffentlich-rechtliche (14), staatlich anerkannte kirchliche (3) und staatlich anerkannte private (4) Hochschulen.

1 Landesstrategie

Die Landesstrategie Sachsen Digital - Digitalisierungsstrategie des Freistaates Sachsen (Quelle) wurde 2017 vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr veröffentlicht. Sie stellt eine Überarbeitung der 2016 veröffentlichten Digitalisierungsstrategie dar, im Rahmen derer 81 Maßnahmen angepasst, 19 hinzugekommen sind und vier nicht weiterverfolgt werden (S. 12). Das aktualisierte Strategiepapier umfasst – inkl. aller fünf strategischen Ziele, 15 Handlungsfelder und 106 konkreten Maßnahmen – 247 Seiten und benennt Schnittstellen zu anderen Landes-, Bundes- und EU-Strategien. Der Fokus liegt dabei auf einer nachhaltigen digitalen Infrastruktur, digitalen Diensten und einem hohen Innovationsgrad. Der Maßnahmenkatalog (Quelle) wurde 2018 noch einmal in überarbeiteter Form veröffentlicht.

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Als strategisches Ziel definiert wird ein mittel- bis langfristiges “[ü]bergeordnetes Ziel, für dessen Erreichung Einflussmöglichkeiten des Freistaates Sachsen gesehen werden”, als Handlungsfeld ein “Schwerpunktbereich, der für die Erreichung des jeweiligen strategischen Zieles berücksichtigt werden muss” und eine Maßnahme als “[k]onkrete staatliche Maßnahme, die einem Handlungsfeld zugeordnet ist” definiert (S. 6).

Die fünf strategischen Ziele werden mit Handlungsfeldern unterlegt:

Digitale Infrastruktur entwickeln

  • Flächendeckender NGA-Breitbandausbau
  • Konvergenz der Netze
  • Vernetzung im Gesundheits- und Pflegebereich

Informations- und Cybersicherheit gewährleisten

  • Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung
  • Sicherheit für Bürger und Unternehmen
  • Bekämpfung der Cyberkriminalität

Kompetenz und “Gute Arbeit” im digitalen Zeitalter gestalten

  • Kompetenzen für die digital geprägte Gesellschaft
  • Arbeitswelt im digitalen Zeitalter

Digitale Innovationskraft stärken

  • Hard- und Software
  • Wirtschaft 4.0
  • Bedarfsorientierter Ausbau der FuE-Infrastruktur
  • Innovative Ansätze in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft sowie im Umweltbereich

Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Institutionen vorantreiben

  • Öffnung des Staates und der Verwaltung zu Bürgern und Unternehmen mit IT unterstützen
  • Elektronische Kommunikation mit Verwaltung und öffentlichen Institutionen etablieren
  • Den Einsatz von IT bei der Erledigung von Verwaltungstätigkeiten weiter vorantreiben und wirtschaftlich gestalten

Für die inhaltlichen und ressortübergreifenden Abstimmungen der Strategie wurde zum Einen eine Lenkungsgruppe auf Staatssekretärsebene gegründet und zum Anderen 2015 der Beirat “Digitale Wertschöpfung”. Für den Beirat wurden 19 Vertreter_innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Verwaltung ausgewählt, die zur Weiterentwicklung der Strategie beitragen.

Hochschulen werden v.a. unter dem dritten strategischen Ziel Kompetenz und “Gute Arbeit” im digitalen Zeitalter gestalten im Handlungsfeld Kompetenzen für die digital geprägte Gesellschaft sowie dem vierten strategischen Ziel Digitale Innovationskraft stärken im Handlungsfeld Bedarfsorientierter Ausbau der FuE-Infrastruktur thematisiert.

Das Handlungsfeld Kompetenzen für die digital geprägte Gesellschaft beinhaltet folgende Maßnahmen:

  • Verbesserung der Medienkompetenz von Lehrkräften durch passgenaue Fortbildungsangebote
  • Stärkung der IT- und Medienkompetenz von Beschäftigten und Auszubildenden im Rahmen der ESF-Richtlinie “Berufliche Bildung”
  • Unterstützung des Arbeitskreises E-Learning der Landesrektorenkonferenz sächsischer Hochschulen
  • Etablierung der Medienpädagogik als Querschnittsaufgabe in den Lehramtsstudiengängen
  • Entwicklung von Projekten zur Unterstützung der sorbischen Sprache (elektronisches Lehrbuch, digitale Rechtschreibprüfung, Online-Lernprogramm)
  • SMK-Konzeption “Medienbildung und Digitalisierung in der Schule”

Davon sind insbesondere zwei Maßnahmen relevant im Bereich Hochschulbildung:

  • Unterstützung des Arbeitskreises E-Learning der Landesrektorenkonferenz sächsischer Hochschulen
    Das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt den von der Landesrektorenkonferenz der sächsischen Hochschulen gegründeten Arbeitskreis E-Learning, der u.a. der strategischen Beratung und Koordination von Hochschulaktivitäten im Bereich E-Learning dient.
  • Etablierung der Medienpädagogik als Querschnittsaufgabe in den Lehramtsstudiengängen
    Ausgehend von der Sächsischen Lehramtsprüfungsordnung I sind Hochschulen aufgefordert, Medienerziehung weiterhin in den Lehramtsstudiengängen umzusetzen.

Das Handlungsfeld Bedarfsorientierter Ausbau der FuE-Infrastruktur beinhaltet folgende Maßnahmen:

  • Ansiedlung eines Instituts für angewandte Software-Forschung
  • Entwicklung eines Spitzenzentrums Funktionsintegration für Mikro-/Nanoelektronik der Fraunhofer-Gesellschaft
  • Investition in Reinraum-Erweiterungen des Fraunhofer Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS)
  • Nutzung von Big Data durch die Hochschulbibliotheken des Freistaates Sachsen
  • Landesdigitalisierungsprogramm für Wissenschaft und Kultur des Freistaats Sachsen
  • Erweiterung des Hochleistungsrechners HRSK-II für die skalierbare Datenanalyse: HPC Data Analytics (HPC-DA)

2 Landesweite Hochschulstrategie in den Leistungsbereichen Forschung und Lehre

Im Bereich Forschung existiert aktuell keine separate allgemeine Landesstrategie. Allerdings werden in der 2013 bereitgestellten Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen (Quelle) relevante Zielsetzungen dargelegt. Für den Bereich Lehre liegen drei Dokumente vor: 2014 veröffentlichte der Arbeitskreis E-Learning der Landesrektorenkonferenz Sachsen das Positionspapier Lehre und Forschung im digitalen Zeitalter (Quelle). Der Arbeitskreis E-Learning erarbeitete ebenfalls für die Planung der Jahre 2017-2018 ein Konzept zur Entwicklung, Stärkung und Verstetigung des E-Learning an sächsischen Hochschulen (Quelle). Zudem besteht seit 2018 die Strategie zur Digitalisierung in der Hochschulbildung (Quelle) vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.

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2.1 Forschung

Es existiert aktuell keine separate allgemeine Landesstrategie im Bereich Forschung. 2014 veröffentlichte der Arbeitskreis E-Learning der Landesrektorenkonferenz Sachsen das Positionspapier Lehre und Forschung im digitalen Zeitalter (Quelle). Seit 2018 existiert die Strategie zur Digitalisierung in der Hochschulbildung (Quelle) vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Forschung wird in beiden Papieren nur marginal angesprochen. Der Fokus liegt auf der Lehre.

Relevante Zielsetzungen im Bereich Forschung sind in der Landesstrategie Sachsen Digital (s.o.) benannt sowie in der Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen (Quelle), im Jahr 2013 veröffentlicht vom Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.
Dort werden sechs innovationsrelevante Zukunftsfelder benannt:

  • Umwelt und Ressourcen
  • Energie
  • Rohstoffe
  • Mobilität
  • Gesundheit und Ernährung
  • Digitale Kommunikation

2.1.2 Wissens- und Technologietransfer

Es liegt keine separate Strategie in diesem Bereich vor. Die Förderung des Wissens- und Technologietransfers ist jedoch nach §5 Abs. 2 SächsHSG als eine Aufgabe der Hochschulen ohne weitere Erläuterung genannt.

Wissens- und Technologietransfer wird ausführlich in der Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen (Quelle) von 2013 behandelt. Diese formuliert neben thematischen Zukunftsfeldern und Querschnittsaufgaben bis 2020 sieben strategische Ziele in den Bereichen Wirtschaft, Kooperation und Gesellschaft:

  • Wachstum vorhandener Unternehmen durch Stärkung der Innovationsfähigkeit und –performance
  • Ausbau und Vervollständigung von innovativen Wertschöpfungsketten
  • Stärkung der Risikokapitallandschaft
  • Stärkung der Strukturen und Kompetenzen in der Wissenschaft
  • Umsetzungsorientierung der Wissenschaft
  • Sicherung der Fachkräftebasis
  • Stärkung der innovativen Kräfte in der Gesellschaft

Unter Umsetzungsorientierung der Wissenschaft wird die Stärkung des Wissens- und Technologietransfers mit folgenden Zielsetzungen im Bereich Wissenschaft unterlegt:

  • Schaffung spezialisierter und berufserfahrener Innovationsmanager_ innen und Transferassistent_ innen
  • Erhöhung und strukturelle Verankerung von Transferanreizen (Geld/Reputation)
  • Integration von Transfer in die Zielvereinbarungen der Hochschulen.
  • Transferbezogene Weiterbildung von Wissenschaftler_innen (S. 41)

Zudem gibt es seit 2007 einen Transferverbund aller fünf sächsischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Dieser Verbund hat eine 5-Punkte-Strategie erarbeitet, die folgende Ziele definiert:

  • Synergien und Schlagkraft im Transferverbund,
  • Erhöhung von Reichweite und Sichtbarkeit der Transferaktivitäten,
  • bessere Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft,
  • konsequente Bedarfsorientierung der Transferprozesse und
  • Schaffung einer neuen Transferkultur der HAW.

2.1.3 Open Access

Es existiert aktuell keine landesweite Open Access-Strategie in Sachsen. Seit 2008 gibt es jedoch einen hochschulübergreifenden Dokumenten- und Publikationsserver “Qucosa” (Quality Content of Saxony), der sich als Teil der internationalen Open-Access-Bewegung versteht.

2.2 Lehre

Es liegen drei strategische Papiere im Bereich Digitalisierung und Hochschulbildung vor: Das 2014 vom Arbeitskreis E-Learning der Landesrektorenkonferenz Sachsen veröffentlichte Positionspapier Lehre und Forschung im digitalen Zeitalter (Quelle), sein für die Planung der Jahre 2017-2018 erarbeitetes Konzept zur Entwicklung, Stärkung und Verstetigung des E-Learning an sächsischen Hochschulen (Quelle) und die 2018 vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst bereitgestellte Strategie zur Digitalisierung in der Hochschulbildung (Quelle).

Positionspapier Lehre und Forschung im digitalen Zeitalter

2014 veröffentlichte der Arbeitskreis E-Learning der Landesrektorenkonferenz Sachsen das Positionspapier Lehre und Forschung im digitalen Zeitalter (Quelle) mit strategischen Handlungsfeldern für die Jahre 2015-2020. Das Positionspapier bezieht sich dabei auf die Handlungsfelder des Hochschulentwicklungsplans 2020:

  • demografischer Wandel
  • Internationalisierung
  • finanzielle Rahmenbedingungen

Es zielt auf die Stärkung der Lehrqualität an Hochschulen ab und formuliert Zielsetzungen auf verschiedenen Ebenen (ab S. 17), u.a.:

  • Neue Qualitäten in Lehre und Forschung
    • BPS GmbH als technische Schnittstelle für den E-Learning / Open Sciences zwischen Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen
    • Nutzung gemeinsamer E-Science-Systeme
    • Nutzung von OER, MOOCs usw.
    • Durchführung von Qualifizierungsangeboten zur Erstellung von E-Learning-Angeboten
    • Integration von E-Learning in Lehrevaluation
    • Schaffung eines hochschulübergreifenden Qualitätsrahmens für E- und Self-Assessments
    • Thematisierung von Plagiat im E-Learning
  • Hochschulzugang und Übergänge zwischen Studium und akademischer Weiterbildung
    • Nutzung von Online-Vorbereitungskursen für Studieninteressierte ohne formale Hochschulzugangsberechtigung
    • Angebotsentwicklung für Aus- und Weiterbildung
    • Entwicklung von Online-Studienorientierung (v.a. MINT)
  • Studienerfolg
    • Einbeziehung sozialer Netzwerke in Lehr-/ Lernszenarien
    • Umsetzung ganzheitliche Lernerfolgskontrollen (Kompetenzen und Leistung)
  • Lehrerbildung
    • Entwicklung von Online-Studienorientierung und Self-Assessments (Lehramt)
    • Integration von E-Learning-Nutzung in das Lehramtsstudiums
  • Internationalisierung
    • Entwicklung von Standards und Schnittstellen vorhandener Infrastrukturen
  • Organisationsentwicklung, Koordination und finanzielle Rahmenbedingungen
    • Dauerhaftigkeit des Arbeitskreises E-Learning und der Geschäftsstelle
    • finanzielle Absicherung des E-Learnings (Zielvereinbarungen)
    • personelle Absicherung von E-Learning (Serviceeinrichtungen)

In diesem Zusammenhang werden in dem Positionspapier vier kurz- und mittelfristige Handlungsfelder (2015-2016) formuliert.

Zu den für 2015-2016 getroffenen Zielvereinbarungen liegt ein Bericht zu den Zielvereinbarungen (Quelle) vor. Dort werden die geförderten Projekte und ihre Ergebnisse vorgestellt.

Für die Planung der Jahre 2017-2018 erstellte der Arbeitskreis E-Learning als Ergebnis der Klausurtagung und der Abstimmung mit den Hochschulleitungen ein Konzept zur Entwicklung, Stärkung und Verstetigung des E-Learning an sächsischen Hochschulen (Quelle), welches für 2019/2020 weiterentwickelt werden soll. Es fokussiert folgende drei Handlungsfelder sowie Ober- und Teilziele:

Konzept zur Entwicklung, Stärkung und Verstetigung des E-Learning an sächsischen Hochschulen

  1. Forschung und Innovation für eine neue Lehr- und Lernkultur
    “Zur Umsetzung von Studierenden- und Kompetenzorientierung in Studium und Lehre (shift from teaching to learning) in digitalen Lernumgebungen müssen akademische Lernkulturen zur Partizipation in einer offenen Gesellschaft und vernetzten Arbeitswelt neu gestaltet werden. Dabei sollen Konzepte wie constructive alignment Anwendung finden.” (S. 3)
    • Vernetzung der Lernräume
      • Entwicklung eines Konzepts für die Vernetzung digitaler Lern- und Prüfungsumgebungen und physischer Lernräume
      • Vernetzung von Akteuren und Inhalten in Schul- und Hochschulbildung
      • Gestaltung studierendenzentrierter Lernräume
    • Orientierung an Individualität von Lernenden
      • Zusammenspiel von Fachwissenschaft, Hochschuldidaktik, offenen Bildungsressourcen und Educational Data Mining
      • Erforschung und Erprobung der Individualisierung von didaktischen Szenarien
      • Integration von Assessments in Lernprozesse
    • Fachspezifische Erprobung von Lehr-/Lernszenarien
      • Design ausgehend von Erkenntnissen über individuelle Lernprozesse
      • Anpassung aktueller curricularer und didaktischer Ansätze um Erkenntnisse zu Personalisierung
  2. Organisations- und Kooperationsmodelle zur Stärkung der Maßnahmenwirksamkeit
    “Die organisatorische Diversifizierung von Aufgaben zur Qualitätssteigerung der Lehre und gleichzeitig verbreitete befristete, d.h. projektabhängige Strukturen bedürfen neuer Kooperations- und Kommunikationsmodelle zur Absicherung der Weiterentwicklung von modernen digitalisierten Lehr-/Lernformaten an sächsischen Hochschulen.” (S. 5)
    • Zusammenarbeit und Synergiebildung zwischen lehrrelevanten Akteur_innen und Einrichtungen
      • Forum zur Zukunft der Lehre an sächsischen Hochschulen durch den Arbeitskreis E-Learning
      • Zusammenarbeit der relevanten Akteur_innen (AK E-Learning, Supportstrukturen, BPS GmbH und HDS)
      • Abstimmung der IT-Systeme zur Lehr-/Lern-unterstützung (BPS Bildungsportal Sachsen GmbH und den Hochschulbibliotheken)
    • Projektunabhängige Strukturentwicklung zur lehrrelevanten Unterstützung von Hochschulen
    • Technische Weiterentwicklung der vorhandenen Infrastrukturen
      • Portallösung für systemunabhängigen Austausch von Inhalten zwischen den Hoch-schulen
      • Schaffung von hochschulübergreifenden und fachbezogenen Arbeitskreisen/Netzwerken
      • Schaffung von Schnittstellen zwischen Lernmanagementsystems und Campus-Management-System
  3. Anreizsysteme und Marketing zur Förderung der digitalisierten Bildung an Hochschulen
    “Das übergeordnete Ziel des dritten Schwerpunktes ist die Entwicklung und Gestaltung innovationsförderlicher Rahmenbedingungen, um eine nachhaltige und flächendeckende E-Learning-Nutzung an den sächsischen Hochschulen zu erreichen. Dies umfasst neben der Betrachtung der Zielgruppen (Studierende, Gesellschaft und Unternehmen) vor allem die Entwicklung und Anpassung von Instrumenten und Maßnahmen zur Anreizsteigerung für Lehrende und Studierende, die zu einer Erhöhung der didaktisch begründeten Nutzung digitaler Medien in der Lehre führt sowie die Entwicklung zeitgemäßer und attraktiver Lehr- und Lernangebote fördert.” (S.7)
    • Stärkung der Eigenverantwortung und des Bekenntnisses der Hochschulen
      • Entwicklung von handlungswirksamen Digitalisierungsstrategien für die Lehre
      • Entwicklung von Anreizinstrumenten für Lehrende und Studierende
      • Entwicklung von Steuerungsinstrumenten für die strukturelle Verankerung
    • Erhöhung der Sichtbarkeit des Themas innerhalb der Hochschulen
      • Nutzung des Bildungsportals Sachsen als Informationsportal für digitale Bildung
      • Professionalisierung des Marketings
      • Wettbewerbe und Darstellung von Best Practices
      • Entwicklung hochschulübergreifender Informationen für neu berufene Professor_innen
    • Schaffung verbindlicher rechtlicher Rahmenbedingungen
      • Anrechnung der Erstellung und der Betreuung auf das Lehrdeputat
      • Entwicklung einer Systematik für (hochschulübergreifende) Anrechenbarkeit von digitalen Lehrveranstaltungen

Strategie zur Digitalisierung in der Hochschulbildung

2018 wurde die Strategie zur Digitalisierung in der Hochschulbildung (Quelle) in Anlehnung an die “Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft” (BMBF), “Bildung in der digitalen Welt” (KMK) und der sächsischen Digitalisierungsstrategie (s.o.) vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst veröffentlicht. Zugleich verweist sie auf die Hochschulentwicklungsplanung 2025. Zudem erfolgen zwei Referenzen zur Hamburger Veröffentlichung “Digitales Lehren und Lernen an den staatlichen Hamburger Hochschulen” (Quelle).

Für die Erarbeitung wurden Workshops mit den Prorektor_innen der staatlichen Hochschulen durchgeführt und das Hochschuldidaktische Zentrum Sachsen, der Arbeitskreis E-Learning der Landesrektorenkonferenz sowie die Vertretung der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften einbezogen. Darüber hinaus wurden inhaltliche Konzepte des Arbeitskreises E-Learning einbezogen.

Digitale Medien oder Werkzeuge werden dabei als “eine Methode in der Lehre” (S. 3) verstanden, die weder Selbstzweck sind, noch eine Ablösung der Präsenzlehre bedeuten.

Ausgehend von dem aktuellen Stand und der Historie des Einsatzes digitaler Medien in Sachsen werden Herausforderungen benannt, die es zu bearbeiten gilt. Dazu zählen die immer noch vorhandene Unsicherheit zum Einsatz digitaler Medien (Technik, Didaktik, Rechtliches, Zeitaufwand) wie auch die unterschiedlichen Einstellungen Lehrender ggü. digitalen Medien, aber auch der vielfach noch vorhandenen, gegenseitig unbekannten, Einzellösungen.

Die Strategie zur Digitalisierung in der Hochschulbildung (Quelle) verfolgt folgende Zielstellungen im Bereich digitaler Lehre:

  • Erschließung von Potential zur Verbesserung der Qualität der Lehre,
  • Verbesserung des Studienerfolges,
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Hochschulen,
  • Erhöhung der internationalen Sichtbarkeit.

Diese Zielstellungen in Zusammenhang mit den genannten Herausforderungen sollen in folgenden fünf Handlungsfeldern bearbeitet werden:

  • Vermittlung digitaler Kompetenz
  • Erhöhung der Akzeptanz für digitale Lehre beim Lehrpersonal
  • Verankerung in der Lehre
  • Lernen mit Digitalen Medien
  • Nachhaltigkeit des Einsatzes von digitalen Medien

Dafür ist Unterstützung bei folgenden Maßnahmen neben denen des Arbeitskreises E-Learning vorgesehen:

  • Weiterentwicklung des Angebots von (de)zentralen Servicestellen mit den relevanten Akteur_innen,
  • Begleitete Weiterentwicklung von Studiengängen,
  • Entwicklung und Umsetzung innovativer Lehrformate,
  • Anreizschaffung für Lehrende,
  • Entwicklung von hochschuleigenen Digitalisierungsstrategien unter Nutzung vorhandener Unterstützungsangebote (HFD, GMW, e-teaching, ecult+),
  • Aufrechterhaltung der Vernetzungsangebote sowie Organisation einer regelmäßigen Austauschveranstaltung,
  • Integration von Open-Source Software in die Hochschulinfrastruktur

Darüber hinaus sollen die Themen Qualitätssicherung, E-Assessment sowie Freisemester für die didaktische Weiterentwicklung von Lehrveranstaltungen in der weiteren strategischen Planung berücksichtigt werden.

Insgesamt liegt der Fokus auf der Zusammenarbeit und dem Austausch zwischen den Hochschulen im Themenfeld digitale Hochschulbildung.

2.3 Hochschulverbünde in den Bereichen Digitalisierung und Lehre

In Sachsen gibt es das Bildungsportal Sachsen und das Hochschuldidaktische Zentrum Sachsen. Die Beschreibungen dieser Hochschulverbünde wurden im Rahmen des bis Ende 2019 verlängerten Forschungsprojektes BRIDGING erstellt.

2.3.1 Hochschulverbund im Bereich Digitalisierung

Als Hochschulverbund ist das Bildungsportal Sachsen zu nennen, das sich als “E-Learning-Landesinitiative” versteht. Es besteht grundsätzlich aus der Bildungsportal Sachsen GmbH (BPS) und dem Arbeitskreis E-Learning der Landesrektorenkonferenz Sachsen.

Das Bildungsportal Sachsen begann seine Arbeit 2001 – ein Jahr nach der vhb in Bayern – als vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) gefördertes Verbundprojekt. Es verfolgte das Ziel, ein gemeinsames Internetportal zu schaffen, das Informationen über die Angebote zur wissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung bereitstellt und als Plattform für die Online-Nutzung der entwickelten E-Learning-Angebote dient. Das Verbundprojekt wurde laut Projektbericht Projekte 2001-2003 (Quelle) von einem Projektrat der vier Trägerhochschulen (Technische Universität Chemnitz, Technische Universität Dresden, Universität Leipzig und Hochschule Mittweida) geleitet (S. 7).

Die Ergebnisse (Quelle) dieser ersten Projektphase waren:

  • Aufbau und Bereitstellung einer hochschulübergreifenden E-Learning Infrastruktur,
  • Entwicklung von 74 E-Learning-Angeboten,
  • Schaffung eines regionalen Betreuungssystems zur Unterstützung der Akteur_ innen und Nutzer_ innen an den sächsischen Hochschulen (S. 8).

Im Anschluss an dieses Projekt wurde 2004 die BPS Bildungsportal Sachsen GmbH (BPS GmbH) als hochschuleigener Systemdienstleister von 11 sächsischen Hochschulen gegründet (Quelle).

Vor Ablauf der zweiten Projektphase bis 2006 wurde vom SMWK – ähnlich wie 2005 die vhb – ein Gutachten zur Evaluation des Bildungsportals Sachsen(Quelle) in Auftrag gegeben, welches die bisherigen Entwicklungen evaluierte sowie Handlungsempfehlungen formulierte. BPS übernahm 2007 die Betreuung der Plattform.

Ebenfalls 2007 wurde von der Landesrektorenkonferenz Sachsen ein Arbeitskreis als wissenschaftlicher Beirat gegründet – der Arbeitskreis E-Learning. Er versteht sich als “ein wissenschaftliches Gremium, das die fachliche und strategische Beratung, die Initiierung und Durchführung von Hochschulvorhaben, die der weiteren Verstetigung des E-Learning dienen, maßgeblich unterstützt, indem er den Hochschulen Empfehlungen gibt” (Quelle) und “[gemeinsames Gremium aller Hochschulen]” (Quelle).

Die Aufgaben des Arbeitskreises mit der Zielsetzung, die am Bildungsportal beteiligten Einrichtungen zu unterstützen, sind laut Organisationssatzung (Quelle) u.a.:

  • "Entwicklung von Integrations-Strategien für E-Learning und von Vorschlägen zu deren Umsetzung
  • Beratung der Hochschulleitungen und des SMWK zum E-Learning und den damit verbundenen Lehrinnovationen
  • Anleitung und Kontrolle des wissenschaftlichen Sekretariats" (S. 3)

Seit 2001 wurden mehr als 200 Projekte zur Digitalisierung der Lehre umgesetzt). In der Strategie zur Digitalisierung in der Hochschulbildung (Quelle) formuliertes Ziel des Verbundes ist es, die bisherigen Ergebnisse “weiter in die Breite zu tragen und digitale Medien als eine selbstverständliche Unterstützung in der Hochschuldidaktik zu etablieren” (S. 8).

Alle bis dato geförderten Projekte können auf der überarbeiteten Webseite des Bildungsportals bald wieder eingesehen werden

Zudem können alle Projektberichte eingesehen werden. Auf der Webpräsenz bildungportal.de stehen darüber hinaus Informationen zur Umsetzung von E-Learning bereit sowie seit einiger Zeit, eine eigene Webseite für Impulse zur für eine “zukunftsorientierte Lehre”, deren Inhalte nicht für Lehrende an sächsischen Hochschulen verfügbar sind.

Struktur

Das Bildungsportal Sachsen besteht aus hauptsächlich zwei Strukturformen:

  • Bildungsportal Sachsen GmbH (BPS)
  • Arbeitskreis E-Learning der Landesrektorenkonferenz

Bildungsportal Sachsen GmbH (BPS)

Die BPS GmbH nimmt – wie das MMKH in Hamburg – eine besondere Rolle im Verbund ein. Als hochschuleigenes Unternehmen bietet es Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen an, z.B.:

  • IT-Management,
  • Change Management,
  • Projektmanagement,
  • Content Services,
  • Spezialangebote.

BPS ist Betreiberin der Lernplattform OPAL (Online Plattform für akademisches Lehren und Lernen) und schließt Rahmenverträge mit den Hochschulen über die Nutzung der angebotenen Dienstleistungen, die auch von anderen Einrichtungen genutzt werden können.

BPS betreibt das Bildungsportal Sachsen als Webpräsenz des Arbeitskreises E-Learning.

Arbeitskreis E-Learning

Die Mitglieder des Arbeitskreises stammen sowohl aus den staatlichen als auch privaten Hochschulen.

Aktuell sind folgende Hochschulen im Arbeitskreis vertreten (Quelle):

  • Technische Universität Dresden
  • Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
  • Universität Leipzig
  • Technische Universität Chemnitz
  • Technische Universität Dresden
  • Technische Universität Bergakademie Freiberg
  • Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
  • Hochschule Mittweida
  • Hochschule Zittau/Görlitz
  • Westsächsische Hochschule Zwickau
  • Hochschule für Bildende Künste Dresden
  • Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden

Zudem sind folgende Institutionen als ständige Gäste vertreten:

  • Hochschule für Telekommunikation Leipzig
  • Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Dresden
  • Fachhochschule Dresden
  • Hochschule Meißen (FH) und Fortbildungszentrum)
  • BPS Bildungsportal Sachsen GmbH
  • Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen

Drei Kunsthochschulen sind nicht im Arbeitskreis:

  • Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig
  • Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
  • Palucca Hochschule für Tanz Dresden

Die Struktur und Aufgaben sind in der Organisationssatzung (Quelle) geregelt.

Der Arbeitskreis E-Learning umfasst fünf wesentliche Funktionsbereiche:

  • Leitungsgremium
  • Wissenschaftliches Sekretariat
  • Stimmberechtige Mitglieder
  • Nicht stimmberechtigte Mitglieder
  • Arbeitsgruppen
  1. Leitungsgremium
    Die stimmberechtigten Mitglieder des Arbeitskreises wählen drei Mitglieder für das Leitungsgremium, welches zwei Jahre amtiert. Das Leitungsgremium bestimmt nachfolgend eine_ n Sprecher_ in, welche_ r
    • für die Organisation des Arbeitskreises verantwortlich und
    • Vorgesetzte_r der Leitung des wissenschaftlichen Sekretariats ist.
  2. Wissenschaftliches Sekretariat
    Das wissenschaftliche Sekretariat wird beauftragt und durch eine_n Wissenschaftler_in an einer Hochschule geleitet. Die Hochschule ist demnach verantwortlich für den Haushalt und die operativen Aufgaben (wie Beratung, Veranstaltungen, Kommunikation mit BPS GmbH etc.) des Arbeitskreises.
  3. Stimmberechtige Mitglieder
    Stimmberechtigte Mitglieder sind von den Hochschulleitungen benannte Hochschulvertreter_innen, die v.a. in der Lehre tätig sind. Aktuell hat der Arbeitskreis neun stimmberechtigte Mitglieder.
  4. Nicht stimmberechtigte Mitglieder
    Die nicht stimmberechtigten Mitglieder werden wie die stimmberechtigten ausgewählt, haben jedoch nur beratende Funktion. Zusätzlich können Gäste beratend im Arbeitskreis tätig werden. Aktuell gibt es sechs nicht stimmberechtigte Mitglieder bzw. ständige Gäste, darunter der Geschäftsführer der BPS GmbH und des Hochschuldidaktischen Zentrum Sachsen.
  5. Arbeitsgruppen
    Der Arbeitskreis kann zusätzlich Arbeitsgruppen zusammenstellen, zu denen auch externe Expert_innen hinzugezogen werden können. Aktuell findet sich keine Übersicht zu den Arbeitsgruppen.

Eine Darstellung des Aufbaus und der Erfahrungen des Verbundes bis 2010 findet man in dem Werkstattbericht von Fischer et al. Hochschulübergreifende E-Learning-Dienste an sächsischen Hochschulen – Strukturen, Leistungsbereiche und Erfolgsfaktoren.

2.3.2 Hochschulverbund im Bereich Lehre

Das Hochschuldidaktische Zentrum Sachsen (HDS) ist eine zentrale Einrichtung von vier Universitäten, sieben Fachhochschulen, einer Kunsthochschule und der Berufsakademie in Sachsen. Das HDS wurde 2009 durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst als Projektgruppe initiiert. 2011 wurde das HDS als gemeinsame zentrale Einrichtung der sächsischen Hochschulen nach § 92 SächsHSFG gegründet.

Die Hauptaufgabe besteht in der Erhöhung des Professionalisierungsgrads der Lehrtätigkeit und die Qualität in der Lehre zu verbessern. Dabei sind folgende Ziele leitend:
  • Verbesserung der Lehr- und Lernkultur an den sächsischen Hochschulen zugunsten der Studierenden und der Lehrenden,
  • Schaffung von Räumen, in denen ein Austausch über und Unterstützung in Lehren und Lernen stattfinden kann,
  • Förderung der Entwicklung und Reflexion des eigenen Lehrstils,
  • Unterstützung der Lehrenden bei innovativen Vorhaben,
  • Inspiration durch Beispiele guter Lehre,
  • Förderung der Perspektivumkehr von einer Lehr- zu einer Lernorientierung (Shift from Teaching to Learning),
  • Ermöglichung von hochschuldidaktischen Weiterbildungsmöglichkeiten, sowie - Förderung barrierefreier und gender- und diversitykompetenter Hochschullehre.

Das HDS formuliert für die eigene Arbeit Grundsätze:

  • “Serviceorientierung: Wir wollen Lehrende unterstützen und vernetzen.
  • Teilnehmendenorientierung: Mit den Grundsätzen der Handlungsorientierung und Praxisnähe ist uns eine ausgewogene Mischung fachübergreifender und fachspezifischer Angebote und eine Vielfalt an Angebotsformen und Methoden wichtig. Dabei berücksichtigen wir die verschiedenen Hochschultypen, den Werdegang und den Status der Teilnehmer_innen. Eine Modularisierung und flexible Konsekution des Qualifikationsprogramms ist möglich.
  • Qualität: Das HDS will qualitative Aspekte der Lehre aufwerten. Besonders durch Qualitätssicherung und die wissenschaftliche Begleitung des Angebots.
  • Pluralität: Grundsätzlich soll die Pluralität der Lehrformen und Lernkulturen sichtbar gemacht und deren Wertschätzung gefördert werden. Dazu zählt auch eine Vielfalt von Angebotsformen und Methoden.”

Zur Erreichung seiner Ziele bietet das HDS ein umfassendes Weiterbildungsangebot für den wissenschaftlichen Nachwuchs, Lehrkräfte für besondere Aufgaben, Lehrbeauftragte, wissenschaftliche Mitarbeiter_ innen und Professor_ innen. Die sachsenweiten Kursangebote können zum Erwerb des “Sächsischen Hochschuldidaktik-Zertifikats” genutzt werden.
Das HDS veranstaltet einmal im Jahr ein Forum, bei dem Lehrende verschiedener sächsischer Hochschulen zusammenkommen. Hierbei soll Austausch zwischen den Lehrenden der unterschiedlichen Hochschulen ermöglicht und gleichzeitig über neue Entwicklungen und Perspektiven in der Hochschullehre diskutiert werden. Des Weiteren ist das HDS Herausgeber eines Journals, welches ein- bis zweimal pro Jahr erscheint.

Das HDS setzt sich zusammen aus:

  1. einer Leitung
    Die Leitung des HDS besteht aus fünf gewählten Prorektor_innen, welche die Aufgaben und Pflichten der Geschäftsstelle festlegen.
  2. einer Geschäftsstelle
    Die Geschäftsstelle führt die laufenden Geschäfte des HDS und ist verantwortlich für die Koordination, Durchführung und Qualitätssicherung der Weiterbildungsangebote. Sie befindet sich an der Universität Leipzig.
  3. einem wissenschaftlichen Beirat
    Im wissenschaftlichen Beirat werden durch hochschuldidaktische Expert_innen von den sächsischen Hochschulen Empfehlungen zur Weiterentwicklung des HDS ausgesprochen, die Wissenschaftlichkeit der HDS-Leitung sichergestellt und Hinweise zur inhaltlichen Gestaltung des hochschuldidaktischen Angebots gegeben.
  4. einem Koordinator_innen-Netzwerk
    Die Koordinator_innen unterstützen die lokale Umsetzung an den einzelnen Hochschulen und sind verantwortlich für die Berücksichtigung deren hochschulspezifischen Bedarfe im Weiterbildungsprogramm.

Das HDS setzt außerdem das Verbundprojekt LiTplus (Lehrpraxis im Transfer) um. LiTplus ist ein durch den Qualitätspakt Lehre gefördertes, hochschuldidaktisches Netzwerk an den sächsischen Universitäten und Fachhochschulen, das Angebote gestaltet und die Zusammenarbeit innerhalb der HDS-Strukturen verbessert.

Ein weiteres Verbundprojekt, das gemeinsam vom HDS und dem Arbeitskreis E-Learning (s.o.) umgesetzt wird, ist “Digitale Hochschulbildung in Sachsen”. Das Projekt zielt auf die Umsetzung der landesweiten Digitalisierungsstrategie für die Hochschullehre (Quelle) ab. Im Projekt werden drei Handlungsfelder bearbeitet:

  • Aktivierung: digital fellowships
  • Breitenwirksamkeit: digital work spaces
  • Verstetigung: digital change agents

Aktuelle Informationen zu den dabei umgesetzten Vorhaben findet man auf den Seiten des Bildungsportals Sachsen.

Stand: 01.10.2019

3 Hochschulentwicklungsplanung

Es gibt eine hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung in Form eines Hochschulentwicklungsplans und eine hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung in Form von Zielvereinbarungen und Entwicklungsplänen.

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3.1 Hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung

Die Hochschulentwicklungsplanung 2025 (Quelle) ist eine Rahmenvereinbarung zur landesweiten Hochschulentwicklungsplanung nach § 10 Abs. 1 SächsHSFG und stellt eine Fortschreibung des Hochschulentwicklungsplans 2020 dar.

Die Hochschulentwicklungsplanung 2025 enthält sowohl die Zielplanung als auch eine finanzielle Vereinbarung. Es werden Ziele auf verschiedenen Ebenen benannt. Übergreifende Ziele sind dabei:

  • Kooperation miteinander und mit forschungsorientierten Einrichtungen zur Synergie- und Effizienzsteigerung
  • Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Gesellschaft, Kunst und Kultur
  • Optimierung der Steuerung und Verwaltung
  • Profilbildung
  • Fortschreibung der hochschulinternen Entwicklungspläne
  • Entwicklung einer Personalentwicklungsplanung unter Berücksichtigung der Arbeitsbedingungen des Hochschulpersonals
  • Ermöglichung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (familienfreundliche Hochschule)
  • Sicherung der Chancengleichheit gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention
  • Vielfalt als Querschnittsaufgabe
  • qualitätsgesicherte Gleichstellungspolitik
  • Unterstützung der Durchlässigkeit in und innerhalb der akademischen Bildung
  • Integration ausländischer Studierender und des Personals
  • Umsetzung der individuellen Internationalisierungsstrategien

Konkretere Ziele werden in den Bereichen Lehre und Studium, Forschung und Dritte Mission beschrieben, u.a.:

Lehre und Studium

  • Sicherung und Verbesserung der Qualität der Lehre
  • Erfüllung der Zielvorgaben der Studierendenzahlen
  • Bereitstellung hinreichender Studienplatzkapazitäten
  • Aufrechterhaltung der MINT-Quote
  • Verbesserung und Evaluation von Studienerfolg
  • Verbesserung der Einhaltung der Regelstudienzeit
  • Stärkung der Studienorientierung
  • Abbau von Überlastung des Personals
  • Verstetigung hochschuldidaktischer Qualifizierung der Lehrenden durch stärkere Nutzung des Hochschuldidaktischen Zentrums Sachsen (HDS)
  • Geregelte Berücksichtigung von guter Lehre bei Mittel-/Leistungsvergabe
  • Weiterentwicklung der Qualitätsmanagementsysteme
  • Stärkung der wissenschaftlichen Weiterbildung

Forschung

  • stärkere (inter)nationale Sichtbarkeit der Forschung
  • Identifikation und Exzellenzentwicklung von Forschungsgruppen
  • Anpassung der Forschungsprofile unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Entwicklung und Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft
  • Kooperation und Komplementarität in und von Forschungsfeldern
  • Stärkung der kooperativen und strukturierten Promotion

Dritte Mission – Gesellschaftliche Rolle und soziale Verantwortung

  • Entwicklung strategischer Ansätze für erhöhte Aktivitäten und Wirksamkeit
  • Netzwerkbildung mit regionalen Akteur_inne
  • Einbringen in Diskurse um und Vorbildfunktion für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz
  • Erhöhung der Transparenz über Strukturen und Akteur_innen
  • Erhöhung der Transferaktivitäten durch Anreize
  • Berücksichtigung regionaler Fachkräftebedarfe
  • Erhöhung der Aktivitäten in Forschung und Entwicklung
  • Ausbau der Angebote und Aktivitäten im Bereich Gründung/Entrepreneurship

Zusätzlich werden konkrete Anforderungen an die Hochschulen zur Umsetzung in folgenden Bereichen beschrieben:

  • Profilbildung und Schwerpunktsetzung
  • Fächerabstimmung
  • Studienerfolgsstrategie
  • Personalentwicklungskonzepte
  • Gleichstellungskonzepte
  • Kooperationsnetzwerke
  • Verwertungsstrategien
  • Wissenschaftliche Informationsinfrastruktur

Digitalisierung oder digitale Lehre werden nicht als ein eigenes Handlungsfeld thematisiert, sondern unter den folgenden zwei Punkten erwähnt:

Studienerfolgsstrategie

In den von den Hochschulen zu entwickelnden Studienerfolgskonzepten sollen alle Phasen des Studierendenlebens abgedeckt sein, beginnend mit der Studierendenorientierung. Im Studium sollen in diesem Zusammenhang u.a. E-Learning- und Blended-Learning-Angebote weiterentwickelt werden, um die Studierenden innerhalb des Regelstudiums (über)fachlich zu qualifizieren.

Bei der Erstellung sollen sich die Hochschulen an dem 2014 vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst veröffentlichten Strategie zur Steigerung der Qualität und Effizienz der Hochschulausbildung sowie zur Steigerung der Studienerfolgsquote im Freistaat Sachsen (Studienerfolgsstrategie) (Quelle) orientieren. Dort wurden einige Handlungsempfehlungen zur Konkretisierung des Hochschulentwicklungsplans 2020 erarbeitet.

Wissenschaftliche Informationsinfrastruktur

Hochschulbibliotheken, Rechen- und Medienzentren oder Serviceeinrichtungen sollen neben Infrastrukturen und Lernmöglichkeiten Digitalisierung als Querschnittsthema verankern und didaktische Ansätze weiterentwickeln.

3.2 Hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung

Die hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung erfolgt über Zielvereinbarungen und Entwicklungspläne.

Zielvereinbarungen

Nach § 10 Abs. 2 SächsHSFG schließt das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst individuelle Zielvereinbarungen mit den Hochschulen ab. In diesen werden Vereinbarungen v.a. zu folgenden Punkten getroffen:

  • Profilbildung durch Schwerpunktsetzung
  • Immatrikulations- und Absolventenzahlen
  • Studienangebote und Organisation inkl. Finanzen
  • Qualitätssicherung
  • Gleichstellung
  • hochschulspezifische Ziele und Zielkontrolle

Das Ministerium stellt die Zielvereinbarungen nicht öffentlich zur Verfügung. In der Antwort auf eine kleine Anfrage (Drs.-Nr.: 6/7883) (Quelle) können jedoch alle Zielvereinbarungen 2017-2020 mit den 14 Hochschulen eingesehen werden.

Alle Zielvereinbarungen folgen dabei derselben Struktur, wenngleich es - bedingt durch die Hochschultypen - Unterschiede in der inhaltlichen Ausgestaltung gibt:

  1. Hochschulpolitische Ziele
    1. Übergreifende Ziele
      • Profil
      • (Hochschulinterner Entwicklungsplan)
      • Personalentwicklung
      • Gleichstellung
      • Internationalisierung
    2. Lehre und Studium
      • Anzahl der Studierenden
      • Einhaltung der Regelstudienzeit
      • Qualitätssteigerung in der Lehre/Studienerfolg
      • Sicherung des landesweiten Fächerangebotes
      • Daseinsvorsorge/Besondere Kapazitäten
    3. Forschung/(Künstlerische Praxis)
      • (Forschungsleistung)
      • Drittmittel
      • (Promotionen)
    4. Dritte Mission - Gesellschaftliche Rolle und soziale Verantwortung
      • Regionale Wirksamkeit
      • Transferbereitschaft
      • (Stärkung der Innovationskraft)
      • (Gründungsgeschehen)
  2. Mittelzuweisungen, Berichterstattung und Abrechnung
    1. Mittelzuweisung
    2. Berichterstattung
    3. Abrechnung
  3. Unterzeichnung und Inkrafttreten
  4. Anlage: Fächerangebot gemäß HEP 2025

Digitalisierung oder digitale Lehre/E-Learning werden nicht thematisiert.

Entwicklungspläne

Nach § 10 Abs. 5 erstellen die Hochschulen individuelle Entwicklungspläne ausgehend von der Hochschulentwicklungsplanung und der Zielvereinbarung bzw. schreiben sie fort.

Einige Hochschulen haben ihre Entwicklungspläne auf ihren Webseiten veröffentlicht, zum Beispiel der Hochschulentwicklungsplan 2025 der Universität Leipzig (Quelle) oder die Hochschulentwicklungsplanung bis 2025 der Hochschule Mittweida (Quelle). Sie unterscheiden sich sowohl hinsichtlich der Struktur als auch des Umfangs und der Zielsetzungen.

Sofern im Text nicht anders vermerkt, ist der Stand dieses Dokuments der 07.11.2018

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