Thüringen

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Auf dieser Seite werden die öffentlich zugänglichen Landes- und Hochschulstrategien Thüringens in Hinblick auf Digitalisierung in der Hochschulbildung sowie, falls vorhanden, die hochschulinternen Aushandlungsprozesse der Hochschulen dargestellt.

Öffentlich zugängliche Landesstrategien

Laut Hochschulkompass gibt es in Thüringen aktuell 11 öffentlich-rechtliche (10), staatlich anerkannte kirchliche (0) und staatlich anerkannte private (1) Hochschulen.

1 Landesstrategie Digitalisierung

Die ressortübergreifende Landesstrategie Thüringer Strategie für die Digitale Gesellschaft (Quelle) wurde 2017 vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft veröffentlicht. Den Ausgangspunkt dafür bildete ein Grundlagenpapier Thüringer Strategie für die Digitale Gesellschaft (Quelle) von 2016. Ausgehend von einer Analyse von 12 Digitalstrategien anderer (Bundes)Länder, des Digital Evolution Index sowie 70 Interviews und Workshops mit nationalen und internationalen Expert_innen wurden dort sowohl drei inhaltliche Leitthemen (Mittelstand 4.0, Digitale Landesentwicklung für den städtischen und ländlichen Raum sowie Bildung und Forschung digital) als auch umsetzungsbezogene Prozesse für die strategische Planung in Thüringen entwickelt. Letztere beinhaltet auch eine Projektorganisation, die vorhandene Arbeitsstrukturen und Initiativen nutzt. Im weiteren Strategieentwicklungsprozess konnten Bürger_innen sich durch ein Online-Portal beteiligen und an einer Umfrage teilnehmen. Zudem wurden weitere Workshops durchgeführt. Eine Beschreibung aller Maßnahmen findet sich in der veröffentlichten Landesstrategie.

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In der Thüringer Strategie werden die drei Leitthemen durch Handlungsfelder konkretisiert und mit Visionen bzw. Zielen unterlegt. Hinzu kommen acht Querschnittsthemen. Abschließend findet sich eine Auflistung konkreter Maßnahmen und Meilensteinen.

Leitthema “Mittelstand 4.0”

  • Digitalisierung des industriellen Mittelstands und der produktionsnahen Dienstleistungen
  • Digitalisierung des Handwerks
  • Digitaler Tourismus
  • Qualifizierung und Kompetenzen für die Arbeitswelt 4.0

Leitthema “Digitale Landesentwicklung für den städtischen und ländlichen Raum”

  • Digitale Stadt und digitale Vernetzung des ländlichen Raums
  • Digitale Patientenversorgung/Telemedizin
  • Intelligenter Energie- und Versorgungsmedieneinsatz

Leitthema “Bildung und Forschung digital”

  • Digitaler Kompetenzaufbau von Kindern und Jugendlichen
  • Digitaler Kompetenzaufbau bei Erwachsenen
  • Digitaler Wandel an Hochschulen
  • Forschung für digitale Innovationen

Querschnittsthemen

  • Digitaler Staat/E-Government
  • Elektronischer Rechtsverkehr
  • Breitbandausbau als Grundlage einer zukunftsfähigen digitalen Infrastruktur
  • Digitale Medienwirtschaft
  • Digitalisierung des Kulturgutes
  • Künstliche Intelligenz (KI)
  • Datenschutz und Cybersicherheit
  • Binnenmarkt für Datenwirtschaft

Während die inhaltliche Verantwortung bei den Ressorts liegt, ist der Schirmherr aller Aktivitäten der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft.

Aktuelle Entwicklungen der Strategie können auf der Webseite digital-thueringen.de verfolgt werden.

Das Leitthema Bildung und Forschung digital steht unter der Vision “Der Freistaat Thüringen wird die digitale Bildung als lebenslangen Lernprozess mit allen relevanten Akteuren aktiv gestalten und dabei insbesondere den Wissenstransfer durch digitale Technologien unterstützen sowie verstärkt digitale Innovationen in Forschung und Entwicklung fördern” (S. 34).

Hochschulen und Hochschulbildung werden in den Kapiteln Digitaler Wandel an Hochschulen und Forschung für digitale Innovationen thematisiert und mit Maßnahmen unterlegt:

Digitaler Wandel an Hochschulen

“VISION: Der Freistaat Thüringen und seine Hochschulen werden das Potenzial der digitalen Technologien nutzen, um die Attraktivität der Hochschulen zu steigern, deren Profile zu schärfen und mit neuen kooperativen Lösungen ressourceneffizienter zu agieren.” (S. 38)

  • Förderprogramm Fellowships für innovative Lehre
  • Campus-Management-Systeme
  • Open Access an den Hochschulen etablieren
  • Kompetenznetzwerk Digitale Lehre
  • Pilotprojekte Curriculum der Zukunft

Forschung für digitale Innovationen

“VISION: Der Freistaat Thüringen wird digitale Innovationen in der grundlagenorientierten und anwendungsnahen Forschung und Entwicklung sowie den Wissenstransfer unterstützen. Flankiert wird dieser Prozess durch zielgerichtete Informationen der Fach- und allgemeinen Öffentlichkeit über die Bedeutung digitaler Innovationen.” (S. 40)

  • Pilotprojekt Thüringen Campus für digitale Innovationen
  • Förderprogramm ProDigital
  • Virtuelle Plattform “Expertfinder”
  • Kampagne Digitaler Wandel

In der Landesstrategie wird auf die mit den Hochschulen entwickelte Thüringer Strategie zur Digitalisierung im Hochschulbereich (Quelle) verwiesen.

Stand: 07.01.2019

2 Landesweite Hochschulstrategie in den Leistungsbereichen Forschung und Lehre

Seit 2017 existiert die von den Hochschulen und dem Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft erarbeitete Strategie zur Digitalisierung im Hochschulbereich (Quelle). Zudem existiert eine Landesstrategie im Bereich Forschung: die Thüringer Forschungsstrategie (Quelle), die 2007 beschlossen und kontinuierlich weiterentwickelt wurde.

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2.1 Forschung

In der Strategie zur Digitalisierung im Hochschulbereich (Quelle) werden fünf Handlungsfelder und Maßnahmen in den Bereichen Lehre, Forschung und Infrastruktur formuliert:

  • Digitale Hochschullehre
  • Digitale Forschungsprozesse
  • Open Access und Lizensierung elektronischer Informationsressourcen
  • Forschungsinformationssysteme und Wissenstransfer
  • Digitale Infrastruktur an Hochschulen

Die drei Handlungsfelder Digitale Forschungsprozesse, Open Access und Lizensierung elektronischer Informationsressourcen sowie Forschungsinformationssysteme und Wissenstransfer beziehen sich auf die strategischen Ziele im Bereich Forschung. Das Handlungsfeld Digitale Hochschullehre verdeutlicht die strategischen Ziele im Bereich Lehre (s.u.).

Digitale Forschungsprozesse

  • Forschungsdatenmanagement
    • Hochschulen entwickeln eigene Forschungsdaten-Policies
    • Hochschulen schaffen ein Kompetenznetzwerk für gemeinsames Beratungsangebot zu digitalisierten Forschungsprozessen basierend auf der Kontaktstelle Forschungsdatenmanagement an der FSU Jena
    • Die Digitale Bibliothek Thüringen ermöglicht Veröffentlichung von Forschungsdaten
  • Digitalisierung von Objekten und deren Aufbereitung auf Grundlage einer Thüringer Strategie für die Digitalisierung von Kulturgut
  • Virtuelle Arbeitsumgebungen
    • Bedarfserhebung zur zentralen Bereitstellung virtueller Forschungsumgebungen mit anschließender Pilotprojektförderung
  • Langzeitarchivierung von Forschungsdaten
    • Strategieentwicklung zu Ausbau und Verstetigung aktuell projektgeförderter Angebote (ggf. in länderübergreifender Kooperation)

Open Access und Lizensierung elektronischer Informationsressourcen

  • Open Access an den Thüringer Hochschulen stärken
    • Hochschulen erarbeiten Open-Access-Policies ausgehend von gemeinsamen Standards
    • Hochschulen stärken Open-Access - Publikationen
    • Die Open-Access-Beauftragten an den Hochschulbibliothekszentren unterstützen die Wissenschaftler_innen
    • Wissenschaftler_innen nutzen das Zweitveröffentlichungsrecht (§ 38 Abs. 4 UrhG)
    • Hochschulbibliotheken entwickeln Strategien zur Umstellung wissenschaftlicher Zeitschriften auf Open-Access
  • Die Lizenzierung elektronischer Ressourcen weiterentwickeln durch das Bibliotheksservicecenter

Forschungsinformationssysteme und Wissenstransfer

  • Forschungsinformationssysteme der Thüringer Hochschulen mit dem Ziel einer landesweiten Forschungs- und innovationsplattform ausgehend von den Forschungsinformationssystemen der einzelnen Hochschulen
  • Wissenstransfer ausgehend von dem durch die FSU Jena entwickelten Open-Source Case-Management-System für Technologietransfer
  • Citizen Science als Ergänzung für die Forschungsinformationsplattform Thüringen

Darüber hinaus existieren im Bereich Forschung zwei weitere Landesstrategien:

Die 2007 beschlossene Thüringer Forschungsstrategie (Quelle) fokussiert vier Handlungsfelder, in denen Forschungsvorhaben besonders unterstützt werden sollen:

  • Wettbewerbsfähigkeit
  • Vernetzung
  • Nachwuchs
  • Infrastruktur

Seit 2014 existiert eine Regionale Forschungs- und Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung für Thüringen (Quelle). In dieser wurden vier Spezialisierungsfelder identifiziert:

  • Industrielle Produktion und Systeme
  • Nachhaltige und intelligente Mobilität & Logistik
  • Gesundes Leben und Gesundheitswirtschaft
  • Nachhaltige Energie und Ressourcenverwendung

Stand: 07.01.2019

2.1.1 Wissens- und Technologietransfer

Es liegt aktuell keine separate Landesstrategie in diesem Bereich vor. Nach § 5 Abs. 2 ThürHG ist Wissens- und Technologietransfer eine der Aufgaben von Hochschulen: “Die Hochschulen fördern die Weiterentwicklung und Nutzung ihrer Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in der Praxis im Interesse der Gesellschaft. Aufgabe der Hochschulen ist auch der Wissens- und Technologietransfer. Er soll zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen und ist Teil der Innovationskette, die zur wirtschaftlichen Wertschöpfung führen soll. Der Wissens- und Technologietransfer umfasst insbesondere Kooperationen, Patentierungen, Lizensierungen und Ausgründungen. Zur Erfüllung dieser Aufgaben sind geeignete Unterstützungsstrukturen vorzuhalten und angemessen auszustatten.”

Auch in der Thüringer Strategie für die Digitale Gesellschaft (Quelle) wird auf Transfer verwiesen und bspw. in der Maßnahme des Aufbaus eines Thüringen Campus für digitale Innovationen fokussiert.

In der Regionalen Forschungs- und Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung für Thüringen (Quelle) wird Wissens- und Technologietransfer v.a. im Abschnitt “Transferstrukturen weiterentwickeln” thematisiert.

In der Thüringer Forschungsstrategie (Quelle) wird Transfer nur an zwei Stellen erwähnt.

Stand: 07.01.2019

2.1.2 Open Access

Es gibt aktuell keine separate Open Access-Strategie in Thüringen. Die Strategie zur Digitalisierung im Hochschulbereich (Quelle) fokussiert Open-Access als eigenes Handlungsfeld im Rahmen der Gesamtstrategie für die Hochschulen:

Open Access und Lizensierung elektronischer Informationsressourcen

  • Open Access an den Thüringer Hochschulen stärken
    • Hochschulen erarbeiten Open Access-Policies ausgehend von gemeinsamen Standards
    • Hochschulen stärken Open Access-Publikationen
    • Die Open Access-Beauftragten an den Hochschulbibliothekszentren unterstützen die Wissenschaftler_innen
    • Wissenschaftler_innen nutzen das Zweitveröffentlichungsrecht (§ 38 Abs. 4 UrhG)
    • Hochschulbibliotheken entwickeln Strategien zur Umstellung wissenschaftlicher Zeitschriften auf Open Access
  • Die Lizenzierung elektronischer Ressourcen weiterentwickeln durch das Bibliotheksservicecenter

Stand: 07.01.2019

2.2 Lehre

In der Strategie zur Digitalisierung im Hochschulbereich (Quelle) werden fünf Handlungsfelder und Maßnahmen in den Bereichen Lehre, Forschung und Infrastruktur formuliert:

  • Digitale Hochschullehre
  • Digitale Forschungsprozesse
  • Open Access und Lizensierung elektronischer Informationsressourcen
  • Forschungsinformationssysteme und Wissenstransfer
  • Digitale Infrastruktur an Hochschulen

Das Handlungsfeld Digitale Hochschullehre verdeutlicht die strategischen Ziele im Bereich Lehre:

Digitale Hochschullehre

  • Kompetenznetzwerk Digitale Lehre gründen
    • Verzahnung der vorhandenen Strukturen, Kompetenzen und Beratungs- und Qualifizierungsangebote der Hochschulen im eTeach-Netzwerk unter Leitung der Bauhaus-Universität Weimar (BUW) und ihres eLab
    • Hochschulübergreifende Beratung, Workshops, insbesondere für Hochschulen ohne passende Infrastruktur
    • Regelmäßiger Austausch der Hochschulen über didaktische Formate und Tools und Bereitstellung eines digitalen Tools zum Austausch
    • Prüfung eines gemeinsamen Zertifikats für digitale Lehr-Lernformen
    • Prüfung der Einbeziehung lehrerbildender Institutionen
  • Hochschulübergreifende Vernetzung sicherstellen
    • Sicherstellung der technischen Kompatibilität der Hochschulsysteme für hochschulübergreifende Zusammenarbeit bei der digitalen Lehre
    • Austausch insbesondere des Rechenzentrums der TU llmenau mit Lehrenden des eTeach-Netzwerks
  • Fellowships für innovative Lehre ausloben
  • Curricula zukunftsfähig machen
  • Digitale Qualifizierung in der Lehrerbildung verankern
    • Einrichtung einer Arbeitsgruppe der Universitäten Erfurt und Jena eingerichtet
    • Verankerung der Vorgaben der KMK zur digitalen Qualifizierung von Lehramtsstudierenden in den Lehrangeboten bis 2025

Stand: 07.01.2019

2.3 Hochschulverbünde in den Bereichen Digitalisierung und Lehre

In Thüringen gibt es aktuell keinen Hochschulverbund zur Digitalisierung oder zur Lehre, an dem alle zehn öffentlich-rechtlichen Hochschulen beteiligt sind. Neben dem hochschulübergreifenden Angebot eTeach-Netzwerk, das aktuell gefördert wird, bestand für einige Jahre eine Hochschuldidaktik-Initiative. Die Beschreibung der Hochschulverbünde wurde im Rahmen des bis Ende 2019 verlängerten Forschungsprojektes BRIDGING erstellt.

2.3.1 Hochschulverbund im Bereich Digitalisierung

In Thüringen gibt es aktuell keinen Hochschulverbund zur Digitalisierung. Auf Basis der Landesstrategie wird aktuell das eTeach-Netzwerk zur Bündelung von Einzelaktivitäten an der Bauhaus-Universität Weimar von dem Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft gefördert. Es handelt sich damit nicht um einen Hochschulverbund, sondern um ein hochschulübergreifendes Angebot.

Das Netzwerk widmet sich der “Qualifizierung mit Fokus auf digitaler Hochschuldidaktik”). In diesem Rahmen werden verschiedene Kurse angeboten, die von der Bauhaus-Universität Weimar entwickelt und dort vor Ort umgesetzt werden:

An diesen Kursen können Lehrende, aber auch Studierende in Thüringen kostenlos teilnehmen. Besonders fokussiert werden angehende Lehrende. Teilnehmende können ein eTeach-Zertifikat nach zwei oder vier Kursen erwerben.
Die Qualifizierung wird von dem eLab an der Bauhaus-Universität Weimar umgesetzt. Verantwortlich ist die Professur für Instructional Design - Didaktik medialer Lernumgebungen.

Stand: 28.05.2019

2.3.2 Hochschulverbund im Bereich Lehre

In Thüringen gibt es nach aktuellem Stand der Recherche keinen Hochschulverbund zur Lehre.

Die Hochschuldidaktik-Initiative (HIT) wurde 2006 als Verbundprojekt von sechs Thüringer Hochschulen ins Leben gerufen. Heute existiert keine Internetseite des Verbunds mehr, der offenbar seine Arbeit beendet hat. Eine letzte Erwähnung der HIT findet sich in einem Blogbeitrag aus dem Jahr 2017. Die HIT hat ein Qualifizierungsprogramm zur Personalentwicklung im akademischen Bereich angeboten, mit dem Ziel die Professionalität akademischer Lehrkräfte und Nachwuchswissenschaftler_innen fachübergreifend zu fördern. Das Angebot der HIT umfasste hochschuldidaktische Workshops und Veranstaltungen zu akademischen Schlüsselqualifikationen. In diesem Rahmen konnte auch ein Zertifikat erworben werden, das den Richtlinien der dghd entspricht. Hierbei wurden die Erstellung eines Lehrportfolios, Lehrhospitationen sowie Peer-Beratungen angeboten.

Stand: 02.10.2019

3 Hochschulentwicklungsplanung

Es gibt sowohl eine hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung in Form einer Hochschulstrategie und einer Rahmenvereinbarung als auch eine hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung in Form von Zielvereinbarungen und Struktur- und Entwicklungsplänen.

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3.1 Hochschulübergreifende Hochschulentwicklungsplanung

Hochschulstrategie

2014 wurde die mit den Hochschulen entwickelte Hochschulstrategie Thüringen 2020 (Quelle) vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur veröffentlicht. Neben der Beschreibung der aktuellen Situation und den hochschulspezifischen Schwerpunkten der Struktur- und Entwicklungsplanung der Hochschulen werden folgende hochschulübergreifende Handlungsfelder definiert:

  • Profilierung
  • Kooperationen in Lehre, Forschung, Verwaltung und wissenschaftlicher Infrastruktur
  • Duale Hochschule Thüringen
  • Studienangebot
  • Studienbedingungen
  • Wissenschaftliche Weiterbildung
  • Akademisches Personal
  • Profilierung und Vernetzung der Forschungslandschaft
  • Internationale Orientierung
  • Chancengleichheit
  • Organisation und Struktur
  • Hochschulbau
  • Hochschulfinanzierung

Digitalisierung oder digitale Hochschullehre sind kein Thema in der Hochschulstrategie.

Leitlinien zur Hochschulentwicklung

Die 2018 vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft veröffentlichten Leitlinien zur Hochschulentwicklung in Thüringen bis 2025 (Quelle) stellen eine Fortschreibung der Hochschulstrategie bis 2025 dar.

Ausgehend von den finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen in Thüringen werden elf Handlungsfelder und Zielsetzungen formuliert:

  1. Stabile Finanzierung der Hochschulen sichern
  2. Autonomie und Eigenverantwortung der Hochschulen gestalten (Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes 2018)
  3. Profilbildung in Forschung, Lehre und Kunst vorantreiben
  4. Hohe Qualität der Lehre und attraktive Angebote für eine vielfältige Studierendenschaft sichern (inkl. Erstellung von Lehrstrategien)
  5. Wissenstransfer stärken und Hochschulen als regionale Impulsgeber für Innovationen nutzen (inkl. Weiterbildung)
  6. Ingenieurwissenschaften in Thüringen als Marke positionieren (ausgehend von den Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Ingenieurwissenschaften in Thüringen des Wissenschaftsrats 2017 (Quelle)
  7. Kooperationen umfassend ausbauen
  8. Internationalisierung der Hochschulen vorantreiben
  9. Standards für gute Arbeit und moderne Personalentwicklung etablieren
  10. Digitalen Wandel an den Hochschulen gestalten
  11. Leistungsfähige Infrastrukturen festigen

Im Kapitel Digitalen Wandel an den Hochschulen gestalten wird auf die o.g. Strategie zur Digitalisierung im Hochschulbereich (Quelle) referiert und zudem folgende Ziele formuliert:

  • Unterstützung der Hochschulen bei Forschung zu digitalen Innovationen
  • Unterstützung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
  • Nutzung digitaler Medien zur Kooperation in Studiengängen (kleine Fächer)
  • Integration digitaler Kompetenzen in Fachcurricula (insb. Lehrer_innenbildung)

Rahmenvereinbarungen

Nach § 12 Abs. 1 ThürHG schließen die Landesregierung und die Hochschulen Rahmenvereinbarungen “über die gemeinsame Umsetzung der Zielvorstellungen des Landes zur strukturellen Entwicklung der Hochschulen und die Ausbauplanung, die strategischen Leistungs- und Entwicklungsziele der Hochschulen unter Beachtung ihrer Aufgaben nach § 5 und deren Erreichung, über Art und Umfang der staatlichen Hochschulfinanzierung sowie die Fortentwicklung der Haushaltswirtschaft und -führung im Hochschulbereich”.

Die bis Ende 2019 verlängerte Rahmenvereinbarung (Quelle) zwischen der Landesregierung und den Hochschulen von 2016 werden Entwicklungsziele in zehn Handlungsfeldern analog zu den in der Hochschulstrategie formulierten genannt:

  1. Profilbildung
    • Profilbildung in ausgewählten Schwerpunkten von Forschung und Lehre
    • Zusammenarbeit verschiedener Fächer und Einrichtungen
  2. Forschung
    • Intensivierung der Drittmittelakquise und der Vernetzung und Kooperation
  3. Lehre und Gesamtstudierendenzahl
    • Stabilisierung der Studienanfängerzahlen
    • Verbesserung der Studienerfolgsquote (insbesondere hinsichtlich der zunehmenden Heterogenität)
    • Förderung der Mobilität und Anerkennung von Studienleistungen
  4. Studienangebot und Hochschulzulassung
    • Gewährleistung von wenig spezialisierten Bachelorstudiengängen
    • Prüfung der Einrichtung von gemeinsamen Studiengängen mit der neuen Dualen Hochschule Gera-Eisenach
  5. Kooperationen in der Lehre und bei der Nachwuchsförderung
  6. Wissens- und Technologietransfer
    • Kooperationen mit Unternehmen und anderen Partner_innen
    • Einrichtung und Vernetzung von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen
  7. Kooperationen in Verwaltung und wissenschaftlicher Infrastruktur
    • Intensivierung der Zusammenarbeit der Verwaltung
    • Verbesserung der Qualität des Services
    • Einführung eines einheitlichen Enterprise-Resource-Planning-Systems (ERP)
    • Einrichtung eines Zwei-Zentren-Modells mit zentralen IT-Services durch die Hochschulrechenzentren der TU Ilmenau und der FSU Jena
    • Erarbeitung eines Strukturkonzepts für zentralisierbare Dienstleistungen der Hochschulbibliotheken
    • Entwicklung einer Strategie zur Digitalisierung an den Hochschulen bis 2017
  8. Personal und Nachwuchsförderung
    • Entwicklung von Personalentwicklungskonzepten
    • Selbstverpflichtungen zur Befristung von Arbeitsverträgen
    • Ausbau der Nachwuchsförderung
  9. Internationale Orientierung
    • Erhöhung der internationalen Sichtbarkeit von Lehre und Forschung
    • Steigerung der Mobilität von Studierenden und Wissenschaftler_innen
    • Schaffung einer Willkommenskultur
    • Weiterentwicklung internationaler Beziehungen
  10. Chancengleichheit
    • Schaffung familiengerechter Strukturen (analog zu den Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft)
    • Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in der wissenschaftlichen Laufbahn
    • Integration der “Thüringer Koordinierungsstelle Naturwissenschaft und Technik” in das “Thüringer Kompetenznetzwerk Gleichstellung” (TKG)
    • Berücksichtigung der Bedarfe von Studieninteressierten und Beschäftigten mit Behinderung/chronischer Krankheit

Ausgehend von der aktuellen Rahmenvereinbarung wurde die o.g. Strategie zur Digitalisierung im Hochschulbereich (Quelle) entwickelt.

3.2 Hochschulspezifische Hochschulentwicklungsplanung

Zielvereinbarungen

In den Zielvereinbarungen nach §13 ThürHG werden ausgehend von der Rahmenvereinbarung mit den Hochschulen konkrete Ziele, Leistungen und Berichtspflichten definiert. Alle zehn Ziel- und Leistungsvereinbarungen 2016-2020 können auf der Webseite des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft eingesehen werden. Alle Papiere folgen denselben thematischen Hauptpunkten im Bereich der Entwicklungs- und Leistungsziele:

  • Studium, Lehre und Weiterbildung
  • Forschung
  • Personalstruktur und Personalentwicklung
  • Internationalisierung
  • Verbesserung der Chancengleichheit und der Familienfreundlichkeit
  • Hochschulstruktur und Kooperationen im Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich

Sechs von zehn Hochschulen geben unter Studium, Lehre und Weiterbildung unterschiedliche Zielsetzungen im Themenbereich digitale Lehre an. Während die Friedrich-Schiller-Universität Jena (Quelle) eine “Strategie für digitale Lehrangebote und Studienformen” (S. 11) entwickeln will, gibt die Hochschule Nordhausen (Quelle) das Ziel an, dass “unter Nutzung der ggf. bis dahin an die Bedürfnisse der digitalen Lehre besser angepassten Lehrverpflichtungsverordnung innerhalb dieses Zeitraums 50 % der hauptamtlich Lehrenden ihre Lehrveranstaltungen digital unterstützen bzw. Lehrveranstaltungen digital anbieten” (S. 8).

Hochschulentwicklungspläne

Nach § 13 Abs. 4 erstellen die Hochschulen Struktur- und Entwicklungspläne und entwickeln diese weiter. Folgende Punkte sollen dabei berücksichtigt werden:

  • fachliche, strukturelle, personelle, bauliche und finanzielle Entwicklung
  • fakultätsspezifische Personalstruktur des wissenschaftlichen Personals
  • Personalentwicklung
  • Verwendung frei werdender Stellen von Professoren

Nur eine Hochschule hat ihren aktuellen Entwicklungsplan auf ihrer Webseite veröffentlicht. Daher kann kein struktureller oder inhaltlicher Vergleich getroffen werden.

Sofern im Text nicht anders vermerkt, ist der Stand dieses Dokuments der 07.01.2019

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